Immer ein „Point of hope“

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Vor den Niagarafällen steht auf einem Warnschild: „Point of no return“. Wer diese Stelle im Fluss passiert hat, kann mit dem Boot nicht mehr umkehren. Die Strömung ist stärker als jede Kraft der Ruder. Von hier an geht es nur noch in eine Richtung und zwar irgendwann ziemlich steil bergab. Auch Piloten kennen einen solchen Moment. Beim Start eines Flugzeugs gibt es einen Punkt, ab dem ein Abbruch nicht mehr möglich ist. Der Bremsweg wäre zu kurz. Man muss losfliegen. Solche Punkte gibt es auch in unserem Leben. Worte wurden ausgesprochen oder Entscheidungen gefällt. Manche Wege lassen sich nicht mehr zurückgehen. Wie gerne hätten wir dann eine zweite Chance oder einen Rückwärtsgang. Manchmal verhindert aber nur unsäglicher Stolz eine Umkehr, wenn sich jemand an einer Position festgebissen hat. Gerade die Weltpolitik zeigt, wie oft gute Lösungen daran scheitern, weil niemand einen Irrtum eingestehen und sein Gesicht verlieren will. Auch die Bibel macht deutlich, dass wir Vergangenes nicht ungeschehen machen können. Sie erzählt von Menschen, die auf Abwege geraten sind. Zugleich gibt es dort aber keinen Punkt, an dem ein Neuanfang unmöglich wäre. Jesus sagt nie: „Jetzt ist es zu spät.“ Stattdessen hören wir immer wieder seine Worte: „Fürchte dich nicht“ oder „Steh auf!“ Vielleicht gibt es im Leben tatsächlich einen „Point of no return“. Im Glauben aber gibt es keinen „Point of no hope“. Darauf kommt es doch letztlich an. Gottes Barmherzigkeit reicht weiter als unsere Unzulänglichkeit und seine Zukunft ist immer größer als unsere Vergangenheit.

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