Südostbayern – Es waren Blitze, teils im Sekundentakt, die am vergangenen Montagabend aus den Wolken über der Region herniedergingen. Gegen 17.30 Uhr ging es vor allem im westlichen Landkreis Rosenheim los. Nach 21 Uhr blitzte es dann auch noch im Landkreis Mühldorf stärker.
Heftigste Blitze am
Alpenrand und an der A8
Die heftigsten Blitze gingen am Alpenrand und entlang der A8 nieder. Nach dem Archiv des Blitz-Informationsdiensts von Siemens schlug der stärkste Blitz um 19.06 Uhr in Kufstein ein. 129 Kiloampere brachte er auf die „Waage“. Den zweitstärksten Einschlag gab es um 20.02 Uhr östlich von Tittmoning mit 119 Kiloampere.
„Wilde Hausrüttler“ nennen sich die stärksten Blitze nach der Skala des Meteorologen Jörg Kachelmann. Sie müssen eine Stärke von mindestens 100 Kiloampere aufweisen. Bei der zweitstärksten Stufe handelt es sich nach Kachelmann um „stabile Dröhner“. Fünf „Wilde Hausrüttler“ schlugen am Montagabend in der Region ein. „Stabile Dröh- ner“ waren es weit mehr.
Die wohl schlimmsten Folgen der Gewitter wurden aus Bruckmühl gemeldet: Ein Blitz schlug in den Dachstuhl eines Wohnhauses ein, der schließlich in Brand geriet. Eine Ausbreitung der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern.
Auch in Ampfing im Landkreis Mühldorf wurde ein Hausdach stark beschädigt. Dort wurde durch das Unwetter gegen 20.30 Uhr ein Baum komplett entwurzelt und stürzte auf das unbewohnte Haus. Bei Oberbergkirchen, ebenfalls im Landkreis Mühldorf, kam es zum Brand einer Gartenhütte auf einem Privatgrundstück.
Nach einem Blitzeinschlag in Nußdorf im Chiemgau musste auch dort die Feuerwehr ausrücken: Eine Anwohnerin meldete Rauchentwicklung aus einem Dachstuhl, doch die Feuerwehr konnte keinen Brand feststellen.
Wendelstein-Zahnradbahn
von Folgen betroffen
Durch den Starkregen war außerdem die Staatsstraße 2078 zwischen Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl überflutet und war zeitweise nur noch eingeschränkt passierbar. Auch in Feldkirchen-Westerham selbst standen mehrere Straßen unter Wasser.
Auch die Wendelstein-Zahnradbahn ist von den Folgen der Unwetter betroffen. Im Bereich des „Wilden Grabens“ wurden Gleisanlagen ausgespült. Daher müssen Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Bahn kann voraussichtlich erst wieder ab dem morgigen Donnerstag, 2. Juli, fahren.