Niedrige HPV-Impfquoten in Rosenheim

von Redaktion

Aktionswoche klärt über vermeidbares Krebsrisiko für Frauen und Männer auf

Rosenheim – Die Impfquoten gegen Humane Papillomviren (HPV) liegen in Stadt und Landkreis Rosenheim deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund rückt die achte bayerische Impfwoche, die vom heutigen Freitag bis Sonntag (12. Juli) bayernweit stattfindet, in diesem Jahr die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen ab neun Jahren in den Fokus, wie die Pressestelle des Landratsamtes Rosenheim mitteilt.

In Stadt und Landkreis Rosenheim beteiligen sich demnach mehrere Arztpraxen mit einem offenen Informations- und Impfangebot an der Aktionswoche. Zusätzlich bietet das Gesundheitsamt Rosenheim am Luitpold-Gymnasium in Wasserburg HPV-Impfungen für Schüler an.

Interessierte Familien hätten sich im Vorfeld bereits durch das Gesundheitsamt informieren und beraten lassen können. Laut Angaben der Pressestelle handelt es sich bei HPV um eine häufige, aber vermeidbare Ursache für Krebs.

In Deutschland erkrankten demnach jährlich etwa 7.450 Frauen und etwa 3.000 Männer an Krebs durch HPV. Pro Jahr würden zudem noch immer etwa 1.400 Frauen an Gebärmutterhalskrebs versterben, über 25.000 Frauen müssten wegen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals operiert werden.

Neben Gebärmutterhalskrebs spielten auch Tumoren im Mund-Rachenraum eine große Rolle. Viele dieser Erkrankungen wären durch höhere Impfquoten vermeidbar.

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, betont die Bedeutung der HPV-Impfung: „Gebärmutterhalskrebs wird nahezu immer durch Humane Papillomviren verursacht. Er verursacht schweres Leid, kann ein höheres Risiko für Frühgeburten darstellen, auch durch die damit verbundene operative Therapie, und auch einen tödlichen Verlauf nehmen. Gegen eine Infektion mit HPV steht eine hochwirksame Schutzimpfung zur Verfügung, die inzwischen durch die STIKO für alle Kinder und Jugendlichen ab neun Jahren empfohlen wird.

Leider sind die Impfquoten in der Region Rosenheim deutlich unterdurchschnittlich. Deshalb ist uns die Aufklärung über HPV, wie im Rahmen der bayerischen Impfwoche besonders wichtig.“

Im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt liegen die Impfquoten in Stadt und Landkreis Rosenheim demnach im unteren Bereich: Die Quote für eine vollständige HPV-Impfung liegt bei 15-jährigen Mädchen bei 39 Prozent im Landkreis und 43 Prozent in der Stadt. Bei 15-jährigen Jungen beträgt sie 17 Prozent im Landkreis und 21 Prozent in der Stadt. Vor diesem Hintergrund habe sich die bayerische Impfwoche zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für HPV und die entsprechende Impfung in der Bevölkerung zu stärken. Unabhängig von der Aktionswoche beantworten Kinder-, Haus- und Frauenärzte sowie die Gesundheitsämter Fragen zur HPV-Impfung.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) veranstaltet die achte bayerische Impfwoche gemeinsam mit der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI).

Weitere Informationen zur Impfwoche sowie den Veranstaltungskalender gibt es online unter der Adresse www.stmgp.bayern.de.

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