Der Blick auf die vollen Fahrradständer vor unseren Pfarrkirchen freut mich immer wieder. Da stehen ganz unterschiedliche Räder nebeneinander: das Seniorenrad mit dem tiefem Einstieg neben dem sportlichen Rennrad und das E-Bike neben dem Kinderradl. Keines ist wie das andere – und doch sind alle gemeinsam unterwegs. In den vergangenen drei Wochen haben sich die neun Pfarreien unserer Stadtkirche an der Aktion „Stadtradeln“ beteiligt. Natürlich ging es darum, ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und möglichst viele Kilometer zu sammeln. Wir hatten durchaus den Ehrgeiz entwickelt, am Ende auch vorne mit dabei zu sein. Aber vielleicht geschieht dabei noch etwas Wichtigeres: Menschen kommen gemeinsam in Bewegung. Bei unserer Radlwallfahrt nach Altötting haben wir das in besonderer Weise erlebt. Wer miteinander fährt begegnet sich, wartet aufeinander, passt das Tempo an und freut sich gemeinsam über das Ziel. Aus vielen Einzelnen wird eine Gemeinschaft. Das gilt auch für unsere neun Pfarreien, die ganz unterschiedliche Traditionen und Schwerpunkte haben. Aber gerade diese Vielfalt ist eine Stärke. Im Hebräerbrief heißt es: „Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen.“ Auf einer Radtour wird das ganz konkret beim Warten auf langsamere Mitfahrende, bei der gegenseitigen Ermutigung auf Durststrecken oder bei der gemeinsamen Einkehr. Vielleicht braucht unsere Zeit genau solche Zeichen: Menschen, die nicht gegeneinander fahren, sondern miteinander. Die sich gegenseitig Rückenwind geben und zeigen, dass Hoffnung wächst, wenn wir gemeinsam auf dem Weg sind.