Herzmedizin trifft Weltpolitik

von Redaktion

Kardiologietag Rosenheim – Von Vorhofflimmern bis Trump 2.0

Rosenheim – Von neuen Verfahren bei Herzrhythmusstörungen über Präventionsmedizin bis hin zu den politischen Folgen der Trump-Präsidentschaft für Europa: Der Rosenheimer Kardiologietag 2026 hat ein breites Themenspektrum abgedeckt. Rund 120 Fachleute folgten der Einladung von Romed-Chefarzt Prof. Dr. Christian Thilo und Oberarzt Dr. Jan Kaufmann, dem Leiter der Elektrophysiologie, um aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen zu diskutieren, wie die Romed Kliniken mitteilen.

Einen Schwerpunkt bildete die Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Dr. Kaufmann stellte dabei die sogenannte „Pulsed Field Ablation“ vor – ein Verfahren, das er als schonendes, wirkungsvolles und sicheres Ablationsverfahren beschrieb und das als Weiterentwicklung klassischer Verödungstechniken gilt. Prof. Dr. Leif-Hendrik Boldt von der Charité Berlin diskutierte anschließend aktuelle Daten zur Schlaganfallprävention nach solchen Eingriffen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob und wie lange eine Blutverdünnung notwendig ist und welche Patienten von alternativen Verfahren wie dem Vorhofohrverschluss profitieren könnten.

Auch die Präventivmedizin stand im Fokus. Dabei wurde die wachsende Bedeutung moderner Medikamente zur Behandlung von Herzinsuffizienz, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen betont – darunter neu entwickelte Substanzen wie SGLT-2-Hemmer oder GLP-1-Agonisten. Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt, ehemaliger Direktor der I. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg, machte deutlich, dass mehr Diagnostik nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führe und eine gezielte Indikationsstellung stets wichtig sei.

Bei Herzklappenerkrankungen stellte Dr. Matthias Keller, Oberarzt der Medizinischen Klinik 1 am Romed Klinikum Rosenheim, moderne kathetergestützte Therapien bei Trikuspidalklappeninsuffizienz vor. Diese eröffneten insbesondere für ältere oder vorerkrankte Patienten neue Behandlungsoptionen.

Über das rein Medizinische hinaus analysierte Prof. Dr. Stephan Bierling, Professor für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg, unter dem Titel „17 Monate Trump 2.0“ die politischen Entwicklungen in den USA und deren mögliche Auswirkungen auf Europa. Ein Oberfeldarzt der Bundeswehr schilderte zudem eindringlich die medizinische Versorgung in den ukrainischen Kriegsgebieten und machte deutlich, welche Herausforderungen im Falle einer Ausweitung der Kampfhandlungen auch auf deutsche Krankenhäuser zukommen könnten. Den Abschluss des Programms gestaltete Dr. Stefan Gozolits, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik 1 am Romed Klinikum Rosenheim, mit Einblicken in die interventionelle Kardiologie und komplexe Eingriffe im Herzkatheterlabor.

Für eine besondere Note sorgte in diesem Jahr der virtuelle Begleiter Karl Valentin, dessen pointierte Gedanken das wissenschaftliche Programm mit humoristischen Zwischentönen auflockerten.

Die Veranstalter zeigten sich laut Romed Kliniken sehr zufrieden mit der Resonanz und betonten die Bedeutung des Kardiologietages als etablierte Plattform für medizinischen Wissenstransfer und interdisziplinären Dialog in der Region.

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