Japankäfer im Raum Kiefersfelden nachgewiesen

Funde des Schädlings im dritten Jahr in Folge – Käfer befällt mehr als 400 Pflanzenarten

Kiefersfelden/Lindau – In Bayern sind erneut Japankäfer (Popillia japonica) nachgewiesen worden. Wie die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mitteilt, wurden kürzlich in den Fallen der LfL nahe Lindau am Bodensee sieben Käfer sowie im Raum Kiefersfelden ein weiterer Käfer gefangen.

Nachdem der Quarantäneschädling bereits 2024 und 2025 in beiden Regionen festgestellt worden war, ist dies das dritte Jahr in Folge mit Funden. Die LfL wird die Nachweise nun näher untersuchen und auf Grundlage der Ergebnisse über mögliche weitere Maßnahmen entscheiden.

Die aktuellen Nachweise erfolgten im Rahmen des nationalen Monitorings zur Früherkennung von Quarantäneschadorganismen, das seit 2021 für den Japankäfer durchgeführt wird. Hierfür sind bayernweit mehr als 100 Lockstofffallen entlang wichtiger Verkehrswege sowie an weiteren Risikostandorten installiert.

Eine etablierte Population in Bayern konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Einzelne Käferfunde bedeuten noch nicht, dass sich der Japankäfer dauerhaft angesiedelt hat. Hinweise auf eine Etablierung können sich ergeben, wenn neben einzelnen Käfern auch fortpflanzungsfähige Tiere oder verschiedene Entwicklungsstadien, beispielsweise Larven, nachgewiesen werden. Zur Einordnung der aktuellen Funde wird die LfL zusätzliche Untersuchungen im Umfeld der Fundorte durchführen und die Situation weiterhin eng überwachen.

Der ursprünglich aus Nordostasien stammende Japankäfer gilt in der Europäischen Union als prioritärer Unionsquarantäneschädling und ist meldepflichtig. Sein breites Wirtspflanzenspektrum und sein hohes Schadpotenzial machen ihn zu einem besonders risikoreichen Quarantäneschädling. Der Käfer befällt mehr als 400 Pflanzenarten, darunter zahlreiche landwirtschaftliche Kulturen, Obstgehölze, Weinreben, Bäume, Sträucher sowie Zier- und Wildpflanzen. Die erwachsenen Käfer verursachen Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten, während die im Boden lebenden Larven Gras- und Pflanzenwurzeln schädigen können. In seinem Herkunftsgebiet wird der Japankäfer durch natürliche Gegenspieler reguliert. In Europa fehlen diese Regulationsmechanismen.

Wer einen Japankäfer entdeckt, wird gebeten, das Tier einzufangen und zusammen mit einem Foto sowie der Angabe des Fundortes per E-Mail an popillia@lfl.bayern.de zu senden. Weitere Infos zum Japankäfer und seinen Erkennungsmerkmalen gibt es auf der Internetseite der LfL.

<p>Japankäfer sind invasive Schädlinge und können bis zu 400 Pflanzenarten befallen. Foto dpa</p>

Japankäfer sind invasive Schädlinge und können bis zu 400 Pflanzenarten befallen. Foto dpa

Montag, 13. Juli 2026
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