Kult-Band will die Serengeti nach Rosenheim bringen

Robert „Kool“ Bell kommt mit „Kool & the Gang“ zum Rosenheimer Sommerfestival. Foto Robert Bell Agenturbild

Robert „Kool“ Bell kommt mit „Kool & the Gang“ zum Rosenheimer Sommerfestival. Foto Robert Bell Agenturbild

Interview Worauf sich „Kool & the Gang“-Gründer Robert Bell beim Sommerfestival freut und was Fans erwarten dürfen

Rosenheim – Rom, Marbella, Kopenhagen – Rosenheim: Die Kult-Band „Kool & the Gang“ tritt nicht nur in den Metropolen Europas auf, sondern auch auf dem diesjährigen Rosenheimer Sommerfestival. Und das wird sogar ihr einziger Stopp in Deutschland auf der neusten Tour. Dort können sich die Fans auf eine große Party mit Hits wie „Celebration“ oder „Get Down On It“ freuen. Welche Besonderheit die Zuschauer am Samstag, 18. Juli, im Mangfallpark erwartet, was er über deutsches Bier denkt und wie er das deutsche Publikum einschätzt, verrät Bassist und Gründungsmitglied Robert „Kool“ Bell im Interview.

Wie haben Sie das deutsche Publikum im Laufe Ihrer Karriere erlebt?

Es war großartig. Wir kommen mittlerweile seit über 20 Jahren nach Deutschland und haben in fast allen großen Städten gespielt. Wir sind auch in Frankfurt in der US-Militärbasis aufgetreten und waren in einer großen deutschen TV-Show zu Gast. Wir sind also schon eine ganze Weile Stammgäste.

Und wie war Ihre Erfahrung mit den deutschen Fans? Unterscheiden sie sich von Fans in anderen Ländern?

Sie sind fantastisch, sie feiern einfach unglaublich gerne. Jedes Mal, wenn wir herkommen, spüren wir eine Menge Liebe und Respekt. Wir lieben es einfach, nach Deutschland zu kommen.

„Celebration“ ist inzwischen fast schon eine Hymne. Wenn Sie den Song heute auf der Bühne spielen, fühlt sich das immer noch so an wie damals bei der Aufnahme?

Es fühlt sich tatsächlich immer noch genauso an. Je öfter wir „Celebration“ nach der Aufnahme überall auf der Welt gespielt haben, desto kraftvoller wurde der Song. Er wird ja weltweit für die unterschiedlichsten Anlässe genutzt. Wenn wir ihn anstimmen, springen die Leute sofort auf, haben eine gute Zeit und feiern das Leben.

Und ich denke, jede Generation feiert den Song aufs Neue.

Absolut. Bei unseren Konzerten sitzen manchmal Fünfjährige direkt neben 80-Jährigen im Publikum. Gerade wenn wir in Europa spielen, haben wir oft ein riesiges Familienpublikum vor der Bühne.

Viele Ihrer Songs wurden als Samples verwendet. Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass Ihre Basslines und Hooks das Fundament für ein völlig neues Musikgenre gebildet haben?

Wir sind die am häufigsten gesampelte Band im Hip-Hop – und das macht uns zur am häufigsten gesampelten Band der Welt. Weltstars wie Madonna oder Janet Jackson haben unsere Musik genutzt, aber der Großteil kam tatsächlich aus der Hip-Hop-Szene. Wir finden das großartig. In den 70er-Jahren hatten wir keinen festen Lead-Sänger. Deshalb haben sich viele Künstler an unserer Musik bedient: Weil niemand gesungen hat, konnten sie sich einfach die Instrumental-Parts schnappen. Das hat das Samplen extrem erleichtert. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, dass wir nach so vielen Jahren immer noch da sind. Wir haben 1964 angefangen und stehen immer noch auf der Bühne.

Das ist eine ziemlich lange Zeit.

Oh ja. Damals waren wir zu siebt und nannten uns die „Magnificent Seven“. Die anderen sechs Gründungsmitglieder sind leider alle nicht mehr da – ich bin quasi der „last man standing“. Aber ich habe fantastische Jungs in der Band, die auch schon seit 30, 20 oder zehn Jahren an meiner Seite sind. Wir halten zusammen.

Abseits der Musik sind Sie auch mit Ihrer eigenen Champagnermarke erfolgreich. Wie kamen Sie auf die Idee, eigenen Champagner zu machen?

Das kam so: Wir waren in Frankreich, hatten 20 ausverkaufte Shows, und der Konzertveranstalter kam zu mir und fragte: „Möchtest du einen eigenen Champagner für deine Tour haben?“ Ich meinte nur: „Du, ich glaube kaum, dass meine Fans draußen eine Flasche Champagner kaufen wollen. Die wollen T-Shirts, Autogramme und so was.“

Aber ich wollte in die Supermärkte. Er sah mich ungläubig an und fragte: „Du willst wohin?“ Und ich sagte: „Ich will ins Regal, direkt neben Dom Pérignon, Veuve Clicquot, Cristal und Moët & Chandon.“ Er wünschte mir nur viel Glück.

Also habe ich den Namen „Le Kool“ kreiert, wir haben einen Deal mit der Winzerfamilie Berthelot in Épernay gemacht, das Ganze aufgezogen und schließlich nach Amerika gebracht.

Rosenheim ist ja sehr bekannt für sein Bier. Werden Sie auch das lokale Bier probieren oder bleiben Sie lieber beim Champagner?

Ich trinke schon seit fast zehn Jahren deutsches Bier! Wenn wir nach den Auftritten in den verschiedenen Bars unterwegs sind, trinke ich immer gerne ein deutsches Bier. Also ja, natürlich werde ich auch das lokale Bier hier probieren.

Für alle hier in Rosenheim, die die Tage bis zu Ihrem Konzert bereits zählen: Was können die Fans von Ihrer Live-Show erwarten?

Wir bringen eine gewaltige Produktion mit, die wir in London auf die Beine gestellt haben. Die Fans werden eine echte Show erleben. Sie werden das Gefühl haben, mitten in der Serengeti zu stehen – mehr verrate ich noch nicht. Warten Sie ab, bis wir da sind, das wird eine echte Überraschung. Wir können es kaum erwarten, endlich nach Deutschland zu kommen! Patricia Huber

Das Festival

Montag, 13. Juli 2026
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