„Es gibt keinen Grund, im Schaukelstuhl zu sitzen“

Interview Heinz Georg Kramm (Heino) über seine außergewöhnliche Karriere

Bruckmühl – Ein goldblonder Seitenscheitel, eine tiefschwarze Sonnenbrille im Gesicht, eine durchdringende Baritonstimme und eine große Portion Patriotismus – sind die wohl treuesten Begleiter von Heinz Georg Kramm. Seinen Fans ist er wohl eher als Heino bekannt, von Auftritten am Ballermann, unzähligen Festivals oder von manchem Konzert von der Kirchenempore. Was er wohl zu seiner nächsten Location, der Bierzeltbühne auf dem 73. Bruckmühler Volksfest, am morgigen Sonntag sagt?

Morgen treten Sie im Bierzelt auf dem 73. Bruckmühler Volksfest auf. Waren Sie schon einmal hier?

Soweit ich mich erinnern kann, war ich zuvor noch nie in Bruckmühl, aber natürlich schon öfter im schönen Oberbayern. Das Alpenvorland ist wunderschön und ich freue mich schon sehr, in Bruckmühl so richtig für gute Stimmung zu sorgen.

Sie sagen von sich selbst ganz offen, dass Sie stolz auf Ihre deutsche Heimat sind. Viele Deutsche haben große Hemmungen vor offenem Nationalstolz. Warum, glauben Sie, ist das so und wie haben Sie diese Hemmung abgelegt?

Ich hatte noch nie eine Hemmung, mich zu meinem Vaterland zu bekennen. Somit konnte ich auch keine Hemmung ablegen. Ich verstehe auch nicht, wie man seine Heimat nicht lieben kann, oder Hemmungen zu haben, seinen Nationalstolz zu zeigen. Deutschland ist ein großartiges Land, auf das wir besonders stolz sein können.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Heimat sind Wurzeln. Wurzeln, die standhaft sind und die tief sitzen. Ich bin immer stolz gewesen auf meine Heimat. Egal, wo man auf der Welt ist und auch wenn es woanders auch schön ist, die Heimat ist immer das Zuhause und die Wurzeln der Heimat welken nie. Dessen muss man sich bewusst sein.

Ihre aktuelle Tour steht unter dem Motto „Made in Germany“ – wie wichtig ist es Ihnen grundsätzlich, Ihre Heimatverbundenheit musikalisch niederzuschlagen?

Nun, ich singe sehr gerne unsere deutschen Volkslieder, Lieder unserer Väter und Mütter. Bei meinen Auftritten kommen sie am besten an. Egal ob jung oder alt, alle singen mit. Was gibt es denn für einen 87-Jährigen Schöneres, als noch immer vom Publikum geliebt zu werden?

Ob Bierkönig, Wacken oder Kirche – die Locations, die Sie im Laufe Ihrer Karriere immer wieder bespielt haben, könnten kaum unterschiedlicher sein. Welche davon ist Ihnen die Liebste?

Dort, wo mein Publikum mich will, dort singe ich. Mir machen schöne klassische Kirchenkonzerte gleich viel Spaß wie Festivalauftritte wie Wacken und Parookaville oder die Auftritte am Ballermann. Ich freue mich, dass mein Publikum diese Vielfalt annimmt und die Konzerte voll sind, egal, wo ich gerade singe und egal, was ich gerade präsentiere.

Mit 87 Jahren stehen Sie immer noch sehr regelmäßig auf der Bühne – woraus schöpfen Sie dafür die notwendige Energie?

Ich bin noch topfit, meine Stimme ist immer noch kraftvoll. Ich habe also keinen Grund, die ganze Zeit im Schaukelstuhl zu sitzen. Ich verspreche, am Sonntag Hit auf Hit zu singen!

Katharina Röhrl

<p strAlign="left">Heino als junger Sänger.</p>

<p>Foto Ingeborg Bock-Schroeder</p>

<p>Foto Heino, Pressefoto</p>

Heino als junger Sänger.

Foto Ingeborg Bock-Schroeder

Foto Heino, Pressefoto

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Samstag, 11. Juli 2026
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