Rosenheim – „1890: Gründung des Gauverbandes I der obb. Gebirgstracht-Erhaltungsvereine anlässlich des ‚Centralfest‘ in Rosenheim“ – mit diesen Worten beginnt die Chronik des Gauverbandes I. Heuer kommt Bayerns größter Gautrachtenverband zurück in seine „Gründerstadt“: Am Samstag, 18. Juli, ist es so weit. Die Bevölkerung, alle 116 angeschlossenen Vereine, Gauehren- und Gauausschussmitglieder, Nachbar-Gaue sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft sind eingeladen, einen ganz besonderen Tag der Begegnung im Herzen Rosenheims zu feiern. Schirmherr des Gautages ist der neue Oberbürgermeister Abuzar Erdogan.
Ab 13 Uhr sind die Kinder-, Jugend- und Aktivengruppen aufgerufen, sich auf dem Max-Josefs-Platz zu präsentieren. Mit Tanzen, Platteln und Musizieren stellen sie sich den Stadtbesuchern vor. Um 16.30 Uhr werden dort die Buam einen Gemeinschaftsplattler zum Besten geben und im Anschluss zusammen mit den Dirndln einen Tanz aufführen. Zu diesem Höhepunkt des Nachmittages hat sich auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner angekündigt.
„Wir erwarten etwa 600 Dirndl und Buam, die mit ihren Auftritten Heimat, Brauchtum und Tradition von schönster Seite demonstrieren“, freut sich Gauvorsitzender Michael Hauser. Er, so erzählt er weiter, beobachte ganz genau den Wetterbericht, denn bei Regen fallen die Auftritte auf dem Max-Josefs-Platz aus und die Preisverteilung wird in das Programm des Gauheimatabends aufgenommen.
Beste Werbung für die Trachtensache gab es bereits im Vorfeld des Gautages: Unter dem Motto „Zeigt, was unsere Trachtensache so besonders macht“ waren die Vereine aufgerufen, ein kurzes Werbevideo zu drehen. Ihre Kreativität wurde belohnt: Stand heute wurden die Wettbewerbsbeiträge auf Instagram zusammen weit über eine Million Mal aufgerufen. Freuen können sich die drei Vereine, deren Videos die meisten Aufrufzahlen hatten: Auf sie warten Geldpreise, die beim Gautag auf dem Max-Josefs-Platz feierlich überreicht werden.
Ab 17 Uhr unterhält die Musikkapelle Bad Endorf mit ihrem Standkonzert, ehe sich die Anwesenden, begleitet von den Fahnen der dem Gauverband I angeschlossenen Vereine, auf den Weg machen, um unweit der Auerbräu-Festhalle am Mahnmal des Friedens der verstorbenen Trachtenkameraden zu gedenken.
Einen weiteren Höhepunkt bildet ab 19.30 Uhr der Festabend mit Bewirtung, ebenfalls in der Auerbräu-Festhalle. Mitwirkende sind: Gaugruppe und Gaujugendgruppe des Gauverbandes I, Gaugruppe des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes, Jugend Rosenheim Stamm 1, Gebietsgruppe Gebiet Simssee, Aktivengruppe des Trachtenvereins D’Jenbachtaler Feilnbach, Außergebirg Musikanten, Stamm 1 Ziachmusi und die Musikkapelle Bad Endorf. Im Anschluss kommen Tanzfreudige beim bayerischen Tanz auf ihre Kosten.
Franziska Albersinger, Dirndlvertreterin des Trachtenvereins Immagrea Griesstätt, und Kilian Dobner, Vorplattler des Trachtenvereins Almrausch Wasserburg, werden am Festabend das „Mühlradl“ tanzen, einen Tanz, den jeder Verein etwas anders tanzt. Mit uns haben Sie über den bevorstehenden Gautag gesprochen.
Seid ihr nervös vor dem Festabend? Habt ihr so etwas Großes schon einmal erlebt?
Franziska Albersinger: Nein, nervös bin ich nicht. Beim Gaufest von unserem Patenverein durften wir Griesstätter auch einen besonderen Ehrtanz machen.
Kilian Dobner: Ich empfinde keine Nervosität vor dem Festabend – eine leichte, natürliche Anspannung wird es aber kurz vor dem Auftritt dann doch geben. Gauheimatabende habe ich natürlich bei vergangenen Gaufesten miterlebt.
Aus wie vielen Tanzpaaren besteht die Gebietsgruppe und aus welchen Vereinen kommen sie?
Albersinger: Voraussichtlich sind es zwölf Paare, die nach aktuellem Stand aus Wasserburg, Griesstätt, Endorf, Rimsting und Söllhuben kommen.
Wie sieht die Vorbereitung aus?
Albersinger: Wir hatten bis zum Gautag vier gemeinsame Proben, dort wurden das Mühlradl und der Plattler einstudiert und verfeinert. Jeder durfte seine Ideen miteinbringen.
Ist die Verständigung in der Gebietsgruppe schwieriger als im Verein?
Dobner: Die Verständigung ist etwas schwieriger, da die Vereine die Tanzfiguren und Plattler teilweise anders ausführen. Man versucht trotzdem, aus unterschiedlichen, kleinen Teilen ein großes Ganzes zu formen.