Eine Zitterpartie für die Fans

von Redaktion

Interview Meteorologe Bernd Eisert über das Festivalwetter an den kommenden Tagen

Rosenheim – Wechselhafte Stimmung in Rosenheim. Das verrät zumindest ein Blick in die Wetter-Apps in diesen Tagen. Vor allem bei den Besuchern des Rosenheimer Sommerfestivals sorgen die aktuellen Prognosen wohl für die ein oder andere Sorgenfalte. An den verbleibenden Konzertabenden könnte es auch immer wieder mal regnen – oder sogar Gewitter geben. Der Meteorologe Bernd Eisert versorgt das Team des Sommerfestivals mit allen wichtigen Informationen über das Wetter. Im OVB-Gespräch verrät er, wann man eine Regenjacke dabeihaben sollte und wann die Besucher auf „richtiges“ Festival-Wetter hoffen können.

Ab dem heutigen Donnerstag folgen noch drei weitere Konzertabende – wie wird das Wetter da?

Im Moment sieht es für den heutigen Donnerstag am günstigsten aus. Eine absolute Garantie wie an den ersten beiden Konzerttagen haben wir aber nicht. Der morgige Freitag und der Samstag sind noch sehr wackelig.

Nicht so, dass man jetzt Angst haben muss, dass ein Konzert ins Wasser fällt oder es Gefahren gibt, aber es kommen neue Wetterfronten herein und es wird eine Zitterpartie, wie es genau ausgeht.

Richtung Wochenende soll auch eine Kaltfront kommen, ist davon das Festival betroffen?

Am Samstag (18. Juli) kommt kühlere Luft, ja. In den kommenden Tagen, wenn die Sonne rauskommt, ist es noch schwülwarm, so um die 28 Grad. Heute, Donnerstag sind auch kurz noch mal 30 Grad möglich. Und Samstag liegen wir dann eher so im Bereich 20 bis 25 Grad. Bei entsprechender Kleidung wird es aber nicht ungemütlich für die Besucher.

Muss man auch in den kommenden Tagen mit Gewitter rechnen?

Am heutigen Donnerstag sinkt die Gewittergefahr vorübergehend. Speziell der morgige Freitag ist aber noch sehr offen, auch weil eben diese Kaltfront näher rückt. Genau lässt es sich aber noch nicht sagen, ob Rosenheim betroffen ist oder es woanders hinzieht und sich das Gewitter frühzeitig entlädt. Generell besteht aber an diesem Tag noch mal eine Gefahr für kräftige Gewitter. Am Samstag lässt die Unwettergefahr wieder nach, da haben wir eher ein Schauerrisiko.

Wie genau lässt sich denn das Wetter vier Tage im Voraus vorhersagen?

Das hängt stark von der Wetterlage ab. Das stabile Hoch in der vergangenen Woche hat man auch eine Woche zuvor sehr gut vorhersagen können. In der jetzigen wechselhaften Phase mit Gewitterbildungen wird es schwieriger. Da weiß man manchmal erst wenige Stunden vorher, wie stark ein Gebiet davon getroffen wird. Auch die Front, die jetzt am Freitag und Samstag erwartet wird, bei der ist es etwas schwieriger, denn da gibt es schwächere und stärkere Teile in der Front. Und das macht es kompliziert, das jetzt schon für den Ort genau vorherzusagen.

Wie sehr kann man sich auf die Regenwahrscheinlichkeiten in den Apps verlassen?

Wenn man so eine wechselhafte Wetterlage wie jetzt hat, dann springt der Algorithmus, der da dahintersteckt, immer hin und her. Je nachdem, ob gerade in dem Modell oder in den Radarbildern Schauer in der Nähe sind oder wieder eine neue Modellprognose das Ganze auslöst. Das ist ein ständiges Hin und Her.

Wie stehen die Chancen auf ein weiteres Konzert an einem Sommerabend, so wie an den ersten beiden Festival-Tagen?

Heute schaut es erst mal gar nicht so schlecht aus.

Julian Baumeister

Artikel 4 von 11