Streitbarer Biber darf bleiben

von Redaktion

Behörde sieht keine Anhaltspunkte für ständig aggressives Verhalten

Schechen – Nachdem am 17. August erstmals im Landkreis Rosenheim ein Schwimmer von einem Biber gebissen und ärztlich behandelt werden musste, hatte die Gemeinde Schechen beim Landratsamt umgehend um eine Prüfung gebeten. Die Untere Naturschutzbehörde analysierte den Vorfall daraufhin gemeinsam mit der höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern.

Wie das Landratsamt Rosenheim mitteilte, gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass am Waldsee ein Biber mit dauerhaft auffälligem oder aggressivem Verhalten gegenüber Menschen lebt. Biberangriffe gelten als äußerst selten. Die Entnahme eines einzelnen Tieres würde das grundsätzliche Risiko nach fachlicher Einschätzung der Behörden nicht beseitigen. Bei einer Entnahme der gesamten Biberfamilie sei zudem aufgrund der hohen Biberdichte in der Umgebung damit zu rechnen, dass das Revier schnell erneut besetzt wird.

In die Bewertung der Naturschutzbehörde flossen auch die Aussagen des Geschädigten ein, der sich ruhig verhalten hatte und nicht direkt an die Biberburg herangeschwommen war. Nicht ausgeschlossen werden könne laut Landratsamt jedoch, dass kurz vor dem Vorfall Hunde am oder im See unterwegs waren – auf deren Anwesenheit können Biber nach Behördenangaben besonders empfindlich und aggressiv reagieren.

Statt das Tier aus dem Verkehr zu ziehen, schlägt die Untere Naturschutzbehörde der Gemeinde Schechen ein Bündel an Alternativmaßnahmen vor:

Erste Hinweisschilder hatte die Gemeinde Schechen nach Behördenangaben bereits direkt nach dem Vorfall aufgestellt. Die konkrete Feinabstimmung der weiteren Schritte erfolgt nun zwischen Landratsamt und Gemeinde.

Das Landratsamt Rosenheim betont abschließend, dass der langjährige Badebetrieb am Waldsee durch dessen Lage im sensiblen FFH-Gebiet „Innauen und Leitenwälder“ keineswegs infrage gestellt wird. Baden und Naturschutz seien dort grundsätzlich miteinander vereinbar. Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen sei es, das seit Jahren funktionierende Miteinander von Badegästen und Bibern auch künftig möglichst sicher zu gestalten. fgr

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