Bakterien-Befall

Kastanien im Mangfallpark müssen raus

von Redaktion

Bakterien machen den neu gepflanzten Kastanien im Mangfallpark Nord zu schaffen. Mehrere Bäume müssen nun entfernt werden. Die Stadtverwaltung wollte dort erneut Kastanien pflanzen. Der Umweltausschuss plädierte dagegen für eine andere Baumart. Langfristig könnte das das Ende der jahrzehntealten Kastanienallee bedeuten.

Rosenheim – Unter keinem guten Stern steht die Kastanienallee im Mangfallpark-Nord. 1999 wurden etliche der damals wohl 60 bis 80 Jahre alten Kastanienbäume abgeholzt, um den Rettungshubschraubern freien Anflug auf den Landeplatz zu ermöglichen, der sich noch an der Schönfeldstraße befand. Anstelle der Kastanien pflanzte man Feldahornbäume, die längst nicht so hoch wachsen wie Rosskastanien. Die pragmatische Lösung bedeutete allerdings einen Bruch in der prächtigen Allee, die von den bis zu 30 Meter großen Rosskastanien gebildet wurde.

Im Zuge der Umgestaltung der Fläche für die Landesgartenschau war dann plötzlich doch möglich, was knapp zehn Jahre zuvor ausgeschlossen worden war: Der Hubschrauberlandeplatz wurde von der Schönfeldstraße auf das Dach des Klinikums verlegt. Dies war die Gelegenheit, die Entscheidung von 1999 wieder rückgängig zu machen. Im nördlichen Teil wurden deshalb sämtliche Feldahornbäume wieder durch neue Rosskastanien ersetzt. Die Kastanienallee war damit wieder intakt – eine Entscheidung, die für die nächsten Jahrzehnte Bestand haben sollte, so die Absicht.

Doch nun macht ein Bakterium den Gartenplanern einen Strich durch die Rechnung: Etliche der neu gepflanzten Kastanienbäume sind von Pseudomonas syringae befallen. Blätter werden zunächst hell, Laub fällt ab, die Kronen werden schütter und welk, schließlich reißt die Rinde auf. Behandeln lässt sich die Krankheit nicht. Sechs Bäume sollen nun gefällt werden, wobei strikte Hygienemaßnahmen zu beachten sind. Das Werkzeug muss anschließend desinfiziert werden.

Die Vorstellung des Grünflächenamtes war, auch großflächig den Boden rund um die kranken Bäume abzutragen. Ob man dabei aber sämtliche Bakterien erwischt und neu eingesetzte Kastanien auch auf Dauer gesund bleiben, ist damit nicht gewährleistet. Dem Umweltausschuss war dieses Risiko zu groß. Er plädierte einstimmig dafür, andere Bäume einzusetzen.

„Planerisch

ist das bitter“

Ralf Seeburger, Chef des Grünflächenamtes, nahm dies schweren Herzens zur Kenntnis: „Das ist vernünftig, planerisch gesehen aber natürlich bitter.“ Welche Art es tatsächlich werden wird, ist noch offen. Das Grünflächenamt ist noch am Prüfen. „Es könnte eine Baumart aus Südosteuropa werden, die mit den wärmer werdenden Temperaturen und dem trockenen Standort besser zurecht kommt“, erklärt Seeburger.

Langfristig sollen dann die Rosskastanien, wenn sie ersetzt werden müssen, Zug um Zug abgelöst werden. Noch widerstehen die alten Baumriesen, die sich Richtung Gervais befinden, den Bakterien. Man kann nur hoffen, dass sie auf Dauer gesund bleiben: Die Bakterienerkrankung verbreitet sich offenbar über Insektenflug von Krone zu Krone.

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