Rosenheim – 2,37 Millionen Euro will die Stadt investieren, um unmittelbar neben der Grundschule Pang einen neuen Hort für 50 Kinder zu bauen. Das Gebäude ist so angelegt, dass bei Bedarf aufgestockt werden kann. Allein die dafür geschaffenen Voraussetzungen – eine Stahlbetondecke, verstärkte Innenwände, entsprechende Anschlüsse und ein Fahrstuhlschacht – haben die Baukosten um 300000 Euro nach oben getrieben.
Der Bedarf an Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Pang ist unstrittig. Dennoch gab es in der Stadtratssitzung Kritik an der Planung. Josef Gasteiger (CSU) bezeichnet den Verzicht auf einen Keller als großen Fehler: „Da sollten wir unbedingt nachkalkulieren.“ Auch Robert Multrus (Freie Wähler/UP) hielt eine Unterkellerung für dringend notwendig. „Für uns ist es unsinnig, das Gebäude ohne Keller zu bauen.“ Seine Fraktion befürworte zwar den Hort, lehne aber deshalb die aktuelle Planung ab. ÖDP-Stadrat Horst Halser prophezeite gar: „Es wird ein großes Jammern kommen.“ Andere Stadträte wie Franz Baumann (Freie Wähler/UP) plädierten für ein sofortiges Aufstocken.
Erstaunt angesichts des Widerstands quer durch die Fraktionen war Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. „Wenn wir jetzt neu planen, brauchen wir eineinhalb Jahre länger“, rief die OB in Erinnerung. Zudem würde ein Keller die Kosten in die Höhe treiben. Von einer Million Euro war die Rede.
Für einen zügigen Baubeginn sprach sich Elisabeth Jordan (SPD) aus: „Wir sollten endlich zu Potte kommen und für den Antrag stimmen. Die Panger mussten lange genug warten.“ Dass es mehr Bedarf an Betreuungsplätzen gebe als bislang bekannt, bezweifelte sie und verwies auf die städtische Bedarfserhebung.
Zehn Stadträte waren gegen Planung
Letztendlich wurde der Projektbeschluss mit 30 Für- und zehn Gegenstimmen gefasst. Baubeginn wird im März 2018 sein. Die geplante Bauzeit beträgt rund ein Jahr. Die Stadt rechnet mit einer Förderung in Höhe von 530000 Euro. Das Hortgebäude umfasst zwei Gruppenräume samt Neben- und Abstellzimmern sowie Werk- und Therapieraum, Sanitärbereiche, Küche und Personalräume.
Im ursprünglichen Projektbeschluss war man noch von Kosten in Höhe von 2,63 Millionen Euro ausgegangen. Weil den Stadträten diese Summe zu hoch erschienen war, hatte man die Verwaltung um eine nochmalige Überprüfung gebeten. Die genauere Planung ergab nun eine Einsparung von 260000 Euro. ku