Dirndl-trends 2017: Weniger ist mehr

Hochgeschlossen hoch im Kurs

von Redaktion

Für viele ist es die fünfte Jahreszeit: das Rosenheimer Herbstfest. Da darf das Dirndl endlich wieder aus dem Kleiderschrank und Frau zeigt, was sie zu bieten hat. Heuer im Trend: Traditionsbewusstsein.

Rosenheim – Schrill mussten sie sein, bunt mussten sie sein, kurz mussten sie sein – was einst das Dirndl zum sexy Hingucker machte, ist längst nicht mehr modern. Rosenheimer Trachtengeschäfte berichten von der Trendwende, die nicht erst seit gestern zurück zum Traditionsbewusstsein führt.

„Die meisten Dirndl-Trägerinnen mögen es derzeit weniger bunt und eher dezent“, berichtet Maria Reiter, Inhaberin der Boutique Beo am Max-Josefs-Platz. Dies stellen auch Renate Plumari vom Trachtengeschäft Auanger in der Aisingerwies, Paul Unterseher vom Trachtenhaus Unterseher sowie Maria Huber von Stoffe Reich, beide am Ludwigsplatz, fest.

„Viele Kundinnen setzen wieder auf Baumwollstoffe in einem dunkleren und helleren Blau. Auch die Klassiker wie ein dunkles Grün, Rot, aber auch Schwarz sind weiterhin beliebt“, verrät Unterseher. Gefragt sind dabei klassische Muster – „mit Blümchen bedruckt“, wie Reiter genauer ausführt. Gerade bei kürzeren Röcken geht die Tendenz hin zum zarten Muster. „Das große sieht bei den kürzeren Kleidern auch nicht mehr gut aus“, erklärt Huber.

Kurz ist außerdem aus der Mode, beliebt dagegen ist eine Rocklänge von 70 – über das Knie – oder 80 Zentimetern – über der Wade. „80 Zentimeter sind überhaupt ein neuer Trend – beliebt vor allem bei älteren Damen. Die jüngeren setzen auf 70 Zentimeter“, so Renate Plumari. „Die traditionelle 90er-Länge bis zum Knöchel ist bei uns so gut wie gar nicht mehr gefragt“, sagt Huber.

Dagegen wieder modern: hochgeschlossen. „Solche Dirndl werden bei uns derzeit gerne gekauft“, berichtet Paul Unterseher aus seinem Alltag.

Apropos hochgeschlossen: „Auch bei den Blusen zeigt sich diese Tendenz. Selbst bei Dirndl, die einen weiten Ausschnitt haben“, sagt Renate Plumari. Maria Huber ergänzt dazu: „Bei uns werden gerne Blusen mit eng anliegenden Ärmeln gekauft. Gerne auch mit Spitze verziert.“ Aus der Mode: Carmen-Blusen mit freier Schulter. „Farblich gefragt neuerdings ist creme“, weiß Plumari.

Auch bei den Schürzen gibt es Neuheiten. „Total beliebt ist derzeit eine metallische Schürzenschließe“, sagt Huber. Lisa Petzinger, Miss Herbstfest 2017, trägt als Dritte von links eine solche auf unserem Foto. Dafür werden die Schürzen-Bänder gekürzt, auf die Länge der Taille angepasst und das metallische Accessoire an den Enden festgenäht.

Auch beim Mann

gibt es Neuheiten

bei der Wiesntracht

Männer gehen bei all diesen Trends nicht leer aus – auch bei ihnen hat sich die Mode verändert. „Qualitätsbewusster als früher zeigen sich hier die Kunden“, sagt Plumari. Unterseher verrät, dass Lodenwesten in dezenter Farben gerne gekauft werden: „Diese sind eher rustikal gehalten“, sagt er.

„Samt ist da weniger gefragt“, ergänzt Plumari. Zur Lederhose gehört natürlich weiterhin ein weißes Hemd. „Gerne tragen moderne Männer hier eine Kontrastfarbe im Ausputz“, so Unterseher.

Egal, für welche Variante sich Frau oder Mann aber heuer entscheidet: Generell liegt Tracht nach wie vor voll im Trend – und anziehen darf schließlich jeder, was ihm selbst gefällt.

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