Rosenheimer Gartenträume – Folge 3: Familie Rass integriert historische Erntemaschinen

Sogar die Eier sind grün

von Redaktion

Grünflächen sind in Rosenheim knapp. Und doch haben viele Bürger ihren Traumgarten verwirklicht. Die schönsten und ungewöhnlichsten stellen wir in unserer OVB-Sommerserie vor. Folge drei widmet sich Familie Raß aus Aising. Herrliche Sitzplätze, prachtvolle Stauden und alte Maschinen aus der Landwirtschaft verwandeln ihren Bauerngarten in ein Paradies.

Rosenheim – In den Urlaub fahren? Das müssen die Raß` aus Aising nicht. Denn ihr Garten ist die Idylle pur. Das nächste Haus ist weit weg. Das herrliche Berg-Panorama mit Blick ins Inntal ragt hinter dem Gartenzaun empor. Untermalt wird die Ruhe nur von 13 pickenden Hühnern und einem Gockel namens Giorgio Armani.

Gartenherrin ist Sabine Raß (53) – Mama von zwei erwachsenen Söhnen und kreative Seele des Rosenheimer Gartentraums. Ihr Mann Sebastian Raß übernimmt den handwerklichen Teil: Im Garten gibt es neben herrlichen duftenden, bunten Blumen überall einladende Sitzplätze und jede Menge Dekoration. Die stammt überwiegend aus der Landwirtschaft. „Wir führen unseren Hof in der dritten Generation“, sagt Sabine Raß zur Erklärung. Die Gerätschaften wie eine alte Bruchmühle oder ein etwas rostangesetzter Gabelwender aus längst vergangenen Zeiten machen den Garten außergewöhnlich: Überall gibt es etwas zu entdecken, überall etwas zu bestaunen. Langweilig wird es nie.

„Das sind zum Beispiel meine alten Schuhe“, sagt Raß lächelnd und deutet auf zwei Stiefeletten, die am Hauseingang vom Balken herunter hängen. Bepflanzt sind sie mit Hauswurzen. An der Hauswand lehnt ein altes Fahrrad, überall plätschert es aus kleinen Wasserspielen.

Zu den Gartenbewohnern zählen neben den zwei Katzen auch sechs Wasserschildkröten. Sie haben neben dem Teich einen eigenen Tümpel.

Herzstück ist das Gewächshaus. „Das hat mein Mann gebaut“, sagt Sabine Raß stolz. Hier gedeiht heimisches Gemüse. Knallrote saftige Tomaten, verschiedene Salatsorten, blaue Kartoffeln – um nur ein paar der vielen Arten zu nennen. „Ich liebe es, zu ernten.“ Das Gemüse, das bei Familie Raß auf den Tisch kommt, stammt aus eigener Zucht. Zucchini, Kürbis – Sabine Raß entdeckt Tag für Tag mit ihrem Thermomix neue Rezepte dafür. „Mag ich nicht, gibt es bei uns nicht“, sagt die 53-Jährige schmunzelnd. Beschwerden über außergewöhnliche Küchen-Kreationen wie Zucchini-Kuchen hat sie bisher noch nicht zu Ohren bekommen – „meine Männer mögen alles!“

Probleme? – für die findet Familie Raß schnell eine Lösung. War zum Beispiel früher zu wenig Wasser im Teich, nutzen die Raß‘ nun die Dachrinne als Wasserspender. „Das tropft vom Dach in unsere alte Baggerschaufel und von da aus läuft es mit einem Abfluss in den Teich.“

75 Topfpflanzen werden gegossen

So schön es im Garten auch ist, so viel Arbeit bereitet das alles auch. „Ich habe allein 75 Topfpflanzen“, berichtet die 53-Jährige. Das Gießen dauert täglich anderthalb Stunden. „Im November bin ich dann froh, wenn ich auch mal wieder mehr Zeit für mich habe“, sagt sie. Im Frühjahr kribble es dann aber schon wieder in den Händen und die Lust auf den Garten sei groß.

Für Besucher ist der „Urlaub auf Stunden“ leider irgendwann vorbei. Zum Abschied gibt es aber noch ein außergewöhnliches Andenken: grüne Eier. Denn Giorgio Armanis Harem legt keine herkömmlichen weißen. Langweilig gibt es eben in der Raublinger Straße nicht.

Artikel 10 von 10