Kolbermoor – Rasch hatten sich am Mangfallufer ein paar Schaulustige eingefunden, die das Spektakel verfolgen wollten. Kein Wunder: Der Pylon ist imposante 24 Meter hoch. Die beiden hinteren Rückspannungsseile haben einen Durchmesser von zehn Zentimetern, die sechs vorderen Seile einen Durchmesser von immerhin noch sechs Zentimetern. Beim Einhängen der Seile war also nicht nur Fingerspitzengefühl gefragt.
Diplom-Ingenieur Alfred Obermüller, einer der Inhaber des Ingenieursbüros Roplan, das von der Stadt Kolbermoor auch mit der Bauüberwachung beauftragt ist, betont, dass der Pylon mit seinen 24 Metern noch höher sei als derjenige des ersten Mangfallstegs, der 2015 auf Höhe des Karl-Daniels-Parks errichtet wurde. Der neue Steg ist mit gut 50 Metern auch länger als dieser erste Steg über die Mangfall. Zwei Tage wird es dauern, so schätzt er, bis die Seile dann auch richtig gespannt sind. Dann muss noch das Geländer montiert werden.
Voraussichtlich in dieser Woche kann dann das Hilfsjoch aus dem Mangfallbett entfernt werden. Dieses Hilfsjoch war erforderlich, da der Steg ja in zwei Teilen eingehoben werden musste. Mit dem Bau der Betonfundamente, die Pylon und Stahlseile halten, war Ende letzten Jahres begonnen worden. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 1,4 Millionen Euro belaufen.
Der neue Steg über die Mangfall bringt jetzt zwar eine Erleichterung für Spaziergänger und Radlfahrer, bis zur erhofften Nord-Süd-Verbindung, also mit Anschluss bis zur Conradtystraße, dauert es allerdings noch, dazu ist noch ein Steg über den Mangfallkanal erforderlich – der dann allerdings auf den Privatgrund des E-Werk-Betreibers führen würde. Deshalb ist die Stadt Kolbermoor, so Bürgermeister Peter Kloo, hier auf der Suche nach einer Lösung. Der Weg am nördlichen Ufer müsse sicherer gemacht und dann schließlich als öffentlicher Geh- und Radweg gewidmet werden.
Auch die Stadt Bad Aibling, deren Gebiet man auf dem Damm in westlicher Richtung erreicht, müsse hier mitziehen; erste Gespräche seien schon geführt worden, so Kloo.