Leserbrief an die Redaktion

Die „echte“ Ehe stärken

von Redaktion

Zur Meldung „Ehe für alle“ im Lokalteil:

Das Gesetz „Ehe für alle“ wurde in wenigen Tagen ohne tiefgreifende Debatte durch Parlament und Bundesrat gepeitscht. Was hat dazu geführt, dass heute ein Teil der Bevölkerung den Mehrheitsbeschluss des deutschen Parlaments, homosexuelle Partnerschaften zur Ehe zu erklären, mitträgt? Ist es das schlechte Gewissen, weil homosexuell veranlagte Menschen über einen langen Zeitraum diskriminiert, verfolgt und bestraft wurden? Eine Wiedergutmachung und Anerkennung der Schuld des Staates war längst überfällig. Eingetragene Partnerschaften stehen unter dem Schutz des Staates, und das ist richtig.

Der Begriff „Ehe“ wird jetzt reduziert auf das Übernehmen von Verantwortung füreinander. Es gibt viele familiäre Beziehungen, bei denen Personen liebevoll Verantwortung füreinander tragen, Großeltern und Enkel zum Beispiel. Niemand kommt auf die Idee, hier von Ehe zu sprechen.

Ehe ist viel mehr. Die Natur hat es vorgegeben, dass nur aus einer Vereinigung von Mann und Frau neues Leben entstehen kann. Beide Pole, der mütterliche und der väterliche, sind für eine gesunde Entwicklung förderlich.

Im Idealfall wächst ein Kind mit Vater und Mutter heran, die sich lieben und Zeit für die Erziehung haben. Dieses Modell zu fördern, die Familien zu stärken, die Mütter zu entlasten und in ihrer Mutterrolle aufzuwerten, sollte im Interesse des Staates sein. Denn eine Familie ist die beste Basis, die (viel zitierte) Keimzelle, die einen Staat stark macht.

Ein Adoptivrecht für homosexuelle Paare erfüllt zwar den Kinderwunsch des Paares. Und niemand bezweifelt, dass zwei Mütter oder zwei Väter nicht fähig wären, ein Kind zu erziehen. Aber das Recht des Kindes auf Vater und Mutter wird ignoriert. Ist es vielleicht weniger wert als das Recht auf eigene Lebensplanung?

Parteien, die dem Gesetz „Ehe für alle“ einstimmig zustimmten, sind jedenfalls für uns im September nicht wählbar.

Monika und Alois Heibl

Neubeuern

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