Rosenheim – „Die Brutsaison 2017 der Wanderfalken in der St.-Nikolaus-Kirche ist erfolgreich abgeschlossen“, freut sich Falkner Erwin Heigl. Das Wanderfalkenpaar hat zwei männliche Jungvögel aufgezogen, die das Brutgebiet bereits verlassen haben und vermutlich im sogenannten Jugendstrich in den Süden gezogen sind und erst im Frühjahr wieder nach Deutschland zurückkommen werden, berichtet er.
Das Füttern ist in Rosenheim verboten
Am 2. Juni musste Heigl jedoch zur Rettung ausrücken, da der zweite Jungvogel beim ersten Ausflug eine Bruchlandung im Riedergarten gemacht hatte. Dank aufmerksamer Bürger konnte er wohlbehalten eingefangen und nach gründlicher Untersuchung bereits einen Tag später wieder in den Turm zurückgesetzt werden.
Während der Aufzucht versorgten die Eltern beide Jungen fleißig mit Tauben. Nach Aussage des Kirchenpflegers hat sich die Verschmutzung durch Kot im Bereich der St.- Nikolaus-Kirche erheblich vermindert. „Das Ergebnis wäre noch besser, wenn man die Taubenfütterung am Ludwigsplatz gänzlich einstellen würde, denn hier jagen die Falken nicht, sondern vergrämen die Tauben nur durch ihre Anwesenheit“, appelliert Heigl an die Vernunft der Bürger. Trotz aller Informationskampagnen füttern Uneinsichtige verbotenerweise immer noch – darunter jetzt im Sommer auch viele Touristen.
Die Bettelflugperiode der Jungfalken hat sich zum größten Teil an der Kaminspitze des Heizkraftwerks Rosenheims abgespielt, wo man die herrlichen Flugkünste der Jung- und Altvögel bei der Beuteübergabe beobachten konnte. Die Altfalken bleiben im Raum Rosenheim, übernachten noch zeitweise im Kirchturm und werden mit großer Wahrscheinlichkeit den Brutkasten im nächsten Jahr wieder besetzen und für Nachwuchs sorgen, freut sich der Falkner.
Für das Brutgeschehen im Nistkasten sind zur Zeit mehrere Kameras im Einsatz, die alle zwei Minuten aktuelle Bilder übertragen. „Während des Zeitraumes vom 1. Januar bis 1. August hatten wir 265000 Seitenaufrufe auf unserer Website „Rosenheimer Stadtfalken“, was auf ein reges Interesse im In- und Ausland schließen lässt“, ergänzt Heigl.
Die jetzige Technik wurde zum größten Teil von Bjoern Clauss aus Soyen privat finanziert und gepflegt, dieFirma Kathrein hat den Router und dessen Unterhalt finanziert. „Es wäre schön, für 2018 das gesamte Brutgeschehen von Anfang März bis Ende Juni live mit einem Film zu übertragen. Dazu müssten wir einen Sponsor finden, der die Technik und den Unterhalt für einen Live-Stream übernimmt.“