Zum SChulanfang in Rosenheim

535 Abc-Schützen starten morgen

von Redaktion

535 Abc-Schützen machen sich morgen zum ersten Mal auf den Weg zur Schule. Für sie sind an den Grundschulen in der Stadt 27 erste Klassen gebildet worden (plus zwei gegenüber dem Vorjahr) – mit jeweils nur etwa 20 Kindern.

Rosenheim – Besonderheit in Rosenheim: der hohe Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien. An den Grundschulen liegt er nach Angaben von Schulamtsleiterin Helga Wichmann oft deutlich über 50 Prozent – etwa an der Prinzregentenschule, der Astrid-Lindgren-Schule und der Grundschule Fürstätt. Ausnahmen seien lediglich die Grundschulen Aising, Pang, Erlenau und Westerndorf.

Auch an den Mittelschulen lernen in Rosenheim besonders viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Nur an der Mittelschule Aising stellen sie nicht mehr als die Hälfte aller Schüler. Besonders ausgeprägt ist der Migrationsanteil an den Mittelschulen Fürstätt, am Luitpoldpark und in Westerndorf St. Peter, teilte das Staatliche Schulamt mit.

Diese Verdichtung ist nicht verwunderlich: Denn in Rosenheim haben mittlerweile 20 Prozent der Bevölkerung ausländische Wurzeln. Hier haben sich außerdem viele Flüchtlingsfamilien niedergelassen.

Doch die Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund steigt mittlerweile im Landkreis stärker an als in der Stadt, so Schulamtsdirektorin Wichmann. Zunehmend ziehen Flüchtlingsfamilien auf das Land. In der Stadt hat deshalb die Anzahl der Schüler mit Migrationshintergrund gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen: An den Grundschulen sind es noch 961 (Vorjahr: 981), an den Mittelschulen 673 (Vorjahr: 675). Zur Integration von Kindern und Jugendlichen, die sich noch schwer tun mit der deutschen Sprache, gibt es in Stadt und Landkreis Übergangsklassen, die im Ganztagsmodus geführt werden: in Rosenheim in Westerndorf St. Peter und in der Schule am Luitpoldpark.

Zum neuen Schuljahr wird außerdem zum zweiten Mal islamischer Religionsunterricht erteilt – in deutscher Sprache. Der Lehrer ist an der Mittelschule am Luitpoldpark und an der Grundschule Prinzregentenstraße tätig.

Mittagsbetreuung an Grundschulen beliebt

Nur zögerlich voran geht es auch im neuen Schuljahr mit dem Ausbau der offenen Ganztagsangebote an den Grundschulen. Gruppen gibt es in Rosenheim nur an der Prinzregentenschule. Beliebter ist bei Eltern nach Erfahrungen des Staatlichen Schulamtes die Mittagsbetreuung. Sie kann flexibler genutzt und muss nicht verpflichtend gebucht werden.

Steigender Bedarf für Ganztagsangebote – offen oder gebunden – wird jedoch an den Mittelschulen verzeichnet.

In Rosenheim gibt es außerdem viele Bildungseinrichtungen mit Sonderprofilen – etwa anerkannte Inklusionsschulen. Hier werden mindestens zehn Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterricht. Die Inklusionsschulen erhalten personelle Unterstützung durch Sonderpädagogen. Anerkannt sind die Grundschule an der Prinzregentenstraße und die Grundschule Erlenau. Letztere kooperiert mit mit Partnerklassen der Philipp-Neri-Schule, mit der auch die Mittelschule Westerndorf St. Peter zusammenarbeitet.

Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich besuchen Stütz- und Förderklassen.

Neue Struktur bei Mittelschulen

Eine Umstrukturierung startet zum morgen beginnenden neuen Schuljahr im Mittelschulverbund I der Stadt. Ab 2017/2018 werden schrittweise die Ganztagsklassen an die Mittelschule am Luitpoldpark verlegt. Die M-Klassen werden an der Mittelschule Westerdorf St. Peter unterrichtet. Die Übergangsklassen fünf und sechs befinden sich am Luitpoldpark, sieben bis neun in Westerndorf St. Peter. Die Schüler, die im vergangenen Jahr in der M-Klasse oder im gebundenen Ganztagsunterricht waren, können diese Schulform jedoch an ihrer alten Schulen beenden. duc

Schwierige Situation an Prinzregentenschule

Nach wie vor leidet die Prinzregentenschule unter großen Raumproblemen: Über 120 Kinder besuchen dort die offene Ganztagsbetreuung.

Das Mittagessen ist ausgelagert, ein Fuß-Shuttle-Service bringt die Kinder in Schichten zur Tafel. Zu wenig Platz gibt es für die Hausaufgabenbetreuung und für Freizeitangebote am Nachmittag.

„Die Stadt ist dran an einer Lösung“, betont die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Helga Wichmann. Die Raumsituation sei jedoch nach wie vor „ein Provisorium“.

Die offene Ganztagsbetreuung hatte im vergangenen Jahr die Mittagsbetreuung abgelöst. Für die Eltern sind die staatlich geförderten Ganztagsangeboten jetzt kostenlos. Die Buchung der Betreuungszeiten ist jedoch verpflichtend, für die Schüler gibt es eine Anwesenheitspflicht. duc

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