Rosenheim – „Viele Brennnesseln stehen draußen noch ungeerntet, zu deren Sammlung jetzt alle Hände ans Werk müssen. Bei dem täglich wachsenden Bedarf an Webstoffen sowohl der Heeresverwaltung als auch der Zivilbevölkerung ist es eine vaterländische Pflicht; dafür zu sorgen, daß möglichst auch der letzte Nesselstengel seiner Verwertung, das heißt der Fasergewinnung nutzbar gemacht wird. Die Sammelstelle für den Stadt- und Landkreis Rosenheim hat die Firma J.A. Hubers Söhne in Rosenheim übernommen.“
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„Von der Wohnungsnot in Rosenheim. Die Wohnungsverhältnisse in Rosenheim sind unhaltbar geworden. Die Hausbesitzer rennen um die Wette, um die Wohnungen zu kündigen und an andere Parteien teuerer zu vermieten. Sie verstehen es auch, das Einigungsamt in der Weise zu umgehen, daß sie die Wohnungen vorher vermieten und dann erst kündigen, um mit der Begründung wirken zu können, die Wohnung sei bereits vermietet.“
„Neue und kräftige Impulse für die Erwachsenenbildung verlangte Oberbürgermeister Dr. Steinbeißer von „seiner“ städtischen Volkshochschule, als er sie mit einer kleinen Feier im großen Rathaussaal aus der Taufe hob.“
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„Der Volkstanzkreis Rosenheim wird sich nicht dem Trachtenverein ,Alt Rosenheim‘ anschließen. Dieser Beschluß wurde von den Mitgliedern des Volkstanzkreises bei einer Versammlung im Gasthaus ,Alte Post‘ einstimmig gefaßt. An den Beratungen nahmen neben Vorstand Vinzenz Holder noch weitere Vertreter des Trachtenvereins ,Alt Rosenheim‘ teil. Holder, der den Mitgliedern des Volkstanzkreises den Anschluß an seinen Verein empfahl, bezeichnete den Volkstanzkreis als ,wuid’n Hauf’n‘, so lange er kein eingetragener Verein sei oder sich einem eingetragenen Verein angeschlossen habe.“
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„Kirchweih 1967 ist äußerlich gekennzeichnet von einem Kirchenneubau in Rosenheim. An der Straße, die von Westerndorf St. Peter entlang der Gebäude des Bundesgrenzschutzes führt, ist das Gerippe einer Behelfskirche zu sehen. Sie bildet den Grundstock für die neue zu bildende Pfarrei St. Michael, die aus dem Norden der Stadt und Teilen der Pfarrei Pfaffenhofen am Inn gebildet wird. Die neuzeitliche Kirche, die hier einmal entstehen soll, hat ihren Vorläufer in einem Behelfsbau, der in Fertigbauweise errichtet wird. Der Stadtrat hat diesem Bau seine Zustimmung erteilt, allerdings mit der zeitlichen Beschränkung auf fünf Jahre. Bis dahin sollen dann endgültige Lösungen zustande kommen.“
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„Am Samstag, 7. Oktober, eröffnet die Städtische Galerie Rosenheim eine Gruppenausstellung mit Werken der drei Rosenheimer Josef Hamberger, Rainer Dillen und Heinz Kaufmann. Zum zweiten Male stellt die Stadt jungen Künstlern die Galerie zur Verfügung.“
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„Die Rosenheimer Pfarrei St. Nikolaus wird wohl in nächster Zeit kein eigenes Pfarrzentrum bekommen. Obwohl das Kolpinghaus durch die Schließung des Hofbräusaales mit Veranstaltungen überbeansprucht wird und die pfarrlichen Räume im Caritasheim und Jugendheim unzureichend sind, sieht Dekan Krempelsetzer keine Möglichkeit der Finanzierung.“
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„Man sollte meinen, solche Urteile gehören der Vergangenheit an: Ein Flensburger Amtsrichter sprach in dieser Woche Touristen eine Art Schmerzensgeld zu, weil sich unter den Gästen in ihrem Ferienhotel auch Rollstuhlfahrer befanden. Leiter von Verbänden, die in Rosenheim mit Schwerbehinderten zu tun haben, sind traurig und empört.“
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„Lange haben die Anlieger um eine Druckknopfampel in der Mangfallstraße in Höhe der Ganghoferstraße gekämpft. Jetzt wurde sie vom Verkehrsausschuß beschlossen. Ausschlaggebend war letzten Endes die Aussage der Polizei. Walter Klingseisen von der Polizeiinspektion Rosenheim: „Es ist leicht möglich, daß hier Kinder übersehen werden.“
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„Schließen und abreißen“ ist die einstimmige Forderung des Elternbeirats der Grundschule an der Prinzregentenstraße, nachdem neuerliche Messungen zu hohe Kohlendioxidwerte im sogenannten Neubau ergeben haben. In Lehrerkreisen hatte der Bau noch nie einen guten Ruf. Schon in den 70er-Jahren, als er selbst Konrektor an der Volksschule in Westerndorf war, wußte Paul Geigenberger, „daß das dort absolut nicht hinhaut“. 1986 übernahm Geigenberger selbst die Schule an der Prinzregentenstraße als Rektor. Nun hörte er immer öfter Beschwerden über das Raumklima. Was zunächst nur intern im Lehrerzimmer beklagt worden war, kam im letzten Jahr durch die Asbestsanierung in die öffentliche Diskussion.“ re