Rosenheim – Hilfe zur Selbsthilfe, Spendengelder, die eins zu eins bei den Menschen ankommen, für die sie gedacht sind, Schulbildung für alle als Schlüssel zu einem höheren Lebensstandard und damit die Förderung von wirtschaftlicher Unabhängigkeit: Das sind die Eckpunkte, die den RosenheimKreis e.V. motivieren, sich für das Projekt zu engagieren.
Christoph Vorderhuber informierte sich vor Ort über diese Form der Entwicklungshilfe. Gegründet wurde das Bildungswerk Westafrika vor 20 Jahren von Astrid Toda, wohnhaft in Benin, die sehr konsequent darauf achtet, dass Korruption keine Chance hat und die Verwaltungskosten sehr niedrig bleiben. Sie besucht die bereits gebauten Schulen regelmäßig, kontrolliert den ordnungsgemäßen Zustand und veranlasst bei Bedarf Reparaturen. Dieses Konzept überzeugte den RosenheimKreis e.V., der den Bau kostenlos plant, die ersten 4000 Euro selbst aufbringt und sich dafür einsetzt, die restlichen 17000 Euro Spendengelder anzuwerben. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert die Projekte jeweils mit dem dreifachen Betrag der gesammelten Spendensumme. Insgesamt kostet der Bau der Vorschule rund 84000 Euro.
Agbanto liegt im Südwesten der Republik Benin und hat rund 1500 Einwohner, davon sind etwa 600 Kinder. Benin ist eines der ärmsten Länder der Welt, die Alphabetisierungsrate liegt bei 40 Prozent.
„Bildung ist der Schlüssel zu einem höheren Lebensstandard“, stellt Armin Stiegler vom RosenheimKreis e.V. fest. Für ihn ist klar, dass das Projekt dabei hilft, Fluchtursachen zu minimieren, funktionierende Strukturen zu stabilisieren und die Bevölkerungsexplosion einzudämmen. Durch die Projekte entstehen außerdem Arbeitsplätze für Frauen.
Der Bauplan für die Vorschule orientiert sich an der traditionell afrikanischen Lehmbauweise: Vier jeweils 45 Quadratmeter große Gruppenräume sind um einen zentralen Innenhof angeordnet. Auf diese Weise entsteht ein geschützter Spielbereich im Freien. In der Mitte des Hofs liegt die Küche. Gebaut wird die Vorschule von den Dorfbewohnern unter der fachlichen Anleitung erfahrener Handwerker. Die Baumaterialien kommen aus der Region, die Mauersteine werden direkt vor Ort hergestellt. Örtliche Handwerker fertigen Balken, Türen und Dachstühle. Da die Dorfbewohner Agbantos die Vorschule selbst bauen können sollen, ist sie absolut ohne technische Finessen: Es gibt keine Strom- oder Wasserinstallationen.
Ungefähr 120 Kinder können die Vorschule besuchen – profitieren werden das ganze Dorf und die Region von dem Projekt. „Eine wirklich gute Sache!“, findet Stiegler. kmz