Erlöserkirche feierte mit Gemeindefest Abschluss des Reformationsjubiläums:

„Evangelium ist eine Kraftquelle“

von Redaktion

Martin Luthers 95 Thesen veränderten die Welt. Zum Reformationstag am Dienstag erreichte das Festjahr deutschlandweit seinen Höhepunkt. In Rosenheim fand ein großes Gemeindefest statt, bei dem die Reformation auf unterschiedlichste Art und Weise erkundet werden konnte.

Rosenheim – Das Lutherjahr stand im Zeichen der Ökumene. Der festliche Gottesdienst, mit dem das Reformations-Kirchenfest in der Erlöserkirche eröffnet wurde, setzte jetzt noch einmal ein deutliches, sichtbares Zeichen für Gemeinsamkeit und Miteinander:

Dekanin Hanna Wirth, Pfarrerin Rosemarie Rother und Pfarrer Dr. Bernd Rother von der evangelischen Kirche zelebrierten die Feier gemeinsam mit Dekan Daniel Reichel, Pfarrer Andreas Maria Zach und Pfarrer Sebastian Heindl von der katholischen Kirche und Pfarrer Dumitru Muresan von der orthodoxen Kirchengemeinde. Der Andrang war so groß, dass die Sitzplätze in der Erlöserkirche bei weitem nicht ausreichten. Auch auf dem Vorplatz standen die Gläubigen dicht gedrängt. „Lautsprecher wären gut gewesen. Dann hätte man draußen mehr von der Messe mitbekommen“, meinte ein Besucher.

Pfarrer Dr. Bernd Rother machte in seiner Predigt deutlich, um was es im christlichen Glauben eigentlich geht: „Das Evangelium ist eine Kraftquelle und nichts, was uns kleinhalten will. Das Heil ist in Christus und nicht in den Mauern der Kirche gefangen.“ Geistliche würden sich häufig wie Kontrolleure der Gnade verhalten und nicht wie Förderer. „Doch die Kirche ist keine Zollstation. Sie ist das Vaterhaus, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben“, so Dr. Bernd Rother.

Dekan Daniel Reichel, Pfarrer Andreas Maria Zach und Pfarrer Sebastian Heindl machten sich anschließend Gedanken darüber, was für sie Reformation bedeutet. Als treffende Synonyme erachten sie die Begriffe Zusammentreffen, Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit.

Wie nahe sich die christliche Konfessionen heute tatsächlich sind, zeigt das Beispiel von der Brasilianerin Tabata Monteiro und dem Rosenheimer Daniel Paech. Die beiden wollen in Kürze heiraten. Tabata ist evangelisch, Daniel katholisch. „Kein Problem für uns. Auch meine Eltern gehören unterschiedlichen Konfessionen an und bei ihnen hat das auch wunderbar geklappt. Christ ist Christ“, so Daniel Paech.

Bei der geselligen Feier nach dem Gottesdienst nutzten sie zuerst einmal die Möglichkeit für ein gemeinsames Foto mit dem gut 1,50 Meter großen Playmobil-Luther, der in den vergangenen Monaten schon einige Male bei Ausstellungen, Vorträgen und Aktionen anlässlich des Reformationsjubiläums zum Einsatz gekommen ist.

Bibel-Leseecke

und Buchdruck

Überhaupt gab es rund um die Erlöserkirche viele Programmpunkte zum Mitmachen und Verweilen, darunter einen Luther-Informationsweg und eine Bibel-Leseecke für die Erwachsenen und Buchdruck mit Tinte und Feder und zahlreiche Spielmobilgeräte für die kleinen Besucher.

Für Dekan Daniel Reichel steht fest, dass das Reformationsjahr die Gemeinsamkeit von evangelischer und katholischer Kirche auf jeden Fall weiter vorangebracht hat: „An der Basis wird das Miteinander schon längst praktiziert. Jetzt sind auch die Kirchenoberen diesen Schritt öffentlich gefolgt. Das war wichtig und richtig.“

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