In alten Zeitungsbänden geblättert

Demo gegen Atomkraftwerk Marienberg

von Redaktion

Ein Blick zurück in die Vergangenheit sagt viel über die Entwicklung einer Stadt und die Sichtweise früherer Generationen. Wir haben deshalb in alten Zeitungsbänden geblättert und präsentieren in unregelmäßigen Abständen die interessantesten Dinge aus bestimmten Jahren.

Rosenheim – Heute geht es um die Zeit vom 20. November bis 3. Dezember.

Sammelt alle ausgekämmten Frauenhaare! Vom Bayer. Staatsministerium des Innern wurde dem Bayer. Frauenverein vom Roten Kreuz die Genehmigung zur Sammlung von Frauenhaaren erteilt. Der Zweck der Sammlung ist, der Kriegsindustrie Ersatz für mangelnde Rohstoffe zu verschaffen. Es sollen die sog. Wirrhaare (ausgekämmtes Frauenhaar), welche bisher als wertlos meist vernichtet wurden, zur Fertigung von für Kriegszwecke notwendigen Artikeln (Filzplatten, Treibriemen, Dichtungsringe und dergl.) verwendet werden. Der Frauenverein Rosenheim vom Roten Kreuz stellt an alle Frauen in Stadt und Land die ebenso herzliche wie dringende Bitte, der hohen kriegswirtschaftlichen Bedeutung der Sammlung eingedenk zu sein.

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Brennstoff- und Lichtersparnis in den Schulen. Eine an die Schulbehörden gerichtete Bekanntmachung wiederholt die Weisung zur größten Einschränkung des Verbrauchs der Heizvorräte durch Zusammenlegung des Unterrichts von mehreren Anstalten in einem Anstaltsgebäude unter wechselweiser Erteilung von Vormittags- und Nachmittagsunterricht.

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Der Vorschlag der UP/Freien Wähler, im Keferwald zur Entlastung des Städtischen Friedhofes einen Waldfriedhof anzulegen – wodurch man auf den Zukauf der Fläche der Gärtnerei Fischer verzichten könnte – wurde im Umweltausschuss abgelehnt.

„Zur Einweihung des Erweiterungsbaus der Verbandsberufsschule Rosenheim an der Prinzregentenstraße fanden sich mehr als 200 Ehrengäste in der großzügigen, lichterfüllten Aula der neuen Schule ein. Die Feierstunde, in der Oberbürgermeister Dr. Steinbeißer, Oberregierungsschulrat Huber, Landrat Knott, Bürgermeister Zehentner von Stephanskirchen und Oberstudiendirektor Guilino sprachen, war der offizielle Abschluss der Geschichte des Neubaues, die vom Planungswettbewerb bis zur Vollendung zehn Jahre beansprucht hatte.“

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Die schwere Stunde des Stadtkämmerers: Mit über 82 Millionen Mark hat die Verschuldung der Stadt einen Stand erreicht, der nach Ansicht des Stadtkämmerers ,auf keinen Fall mehr überschritten werden darf‘. Dabei stehen aber Baumaßnahmen heran, die noch durchgezogen werden müssen, obwohl sie unrentierlicher Natur sind. Der Anbau das das künftige Karolinengymnasium (jetzt Loretohaus) erfordert drei Millionen Mark und es sind dafür noch keinerlei Rücklagen gebildet. Beim Ignaz-Günther-Gymnasium wäre eine neue Turnhalle dringend notwendig. Im Norden der Stadt muss eine neue Volksschule errichtet werden. Zwar bietet sich dafür das jetzige Holztechnikum an, doch verursacht der erforderliche Anbau zwei Millionen Mark.

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„Zu den 93 Parkuhren im Stadtgebiet kommen weitere 14 hinzu. Elf werden nach dem Beschluss des Rosenheimer Verkehrsausschusses am Ludwigsplatz im Bereich zwischen Mittertor und Einmündung Ruedorfferstraße aufgestellt. Dort darf künftig höchstens noch eine Stunde geparkt werden. An Donnerstagen und Samstagen bleibt der Platz jedoch für den Markt reserviert.“

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„Für den Weihnachtseinkauf in Rosenheim wird mit einem von der Grafikerin Erni Hasinger entworfenen Plakat des Wirtschaftlichen Verbands erstmals in diesem Jahr im Umkreis von zirka 60 Kilometern geworben. Dies veranlaßte den Einzelhandelsverband, den Käufern nunmehr auch einen bewachten Großraumparkplatz zu sichern. Durch 40 Hinweistafeln werden die in die Stadt Fahrenden an den vier Einkaufssamstagen auf den Parkplatz Loretowiese geleitet. Die Bewachung hat das BRK Rosenheim übernommen.“

„Ein Zeichen wollten die Veranstalter der Anti-Atom-Demonstration in Marienberg setzen, und es ist ihnen gelungen. Hunderte folgten dem Aufruf von Parteien und Umweltschutzverbänden aus der Stadt und dem Landkreis Rosenheim sowie dem Ebersberger Landkreis. Sie forderten vor allem die Isar-AmperWerke auf, ihre Energiepolitik sinnvoller zu gestalten“.

„Über das Angebot von Teilzeitarbeitsplätzen informierte sich jetzt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Bezirks- und Kreisrätin Stephanie Keill, in einem Gespräch mit der Rosenheimer Arbeitsamtsleiterin Barbara Teismann. Diese erklärte: „Der Bedarf wächst nach wie vor.“ Dabei wurde auch die Forderung an viele Ehemänner vorgebracht, mehr Verständnis zu zeigen und die Frauen auch Nachmittags-Jobs annehmen zu lassen.re

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