Rosenheim – Das Netz der Nebenstrecken ist in Rosenheim bereits überwiegend als Tempo 30-Zonen ausgewiesen. Deshalb gebe es diesbezüglich keinen weiteren Handlungsbedarf, so Verkehrsplaner Jürgen Stinzing eingangs. Anders sieht es bei den Hauptverkehrsstraßen aus. Wichtig sei dabei die Fertigstellung der Westtangente. Anschließend folge der Ausbau der Kufsteiner Straße zwischen Panorama-Kreuzung und Eisstadion (wir berichteten), der voraussichtlich im Jahr 2020 starten soll. Zudem stehen noch die Nordtangente mit einer dritten Innbrücke und eine neue Spange zur Entlastung der Enzenspergerstraße im Zusammenhang mit der Bebauung des Bahngeländes Süd auf der Agenda.
Die Verwaltung schlug jetzt vor, zwei weitere Maßnahmen in den Katalog mit aufzunehmen. Die Äußere Münchener Straße soll auf ihrer kompletten Länge eine „echte Vierstreifigkeit“ mit ausreichend Platz erhalten, die Kanalbrücke zwischen Aicherpark und Endorfer Au breiter werden sowie Radfahrer und Fußgänger künftig unter dem Bauwerk hindurchgeführt werden wie es auch an anderen Brücken in der Stadt Standard ist. Auch die bis dato nicht ausgebauten Knotenpunkte (Oberaustraße) will die Stadt erneuern.
Zudem sprach sich das städtische Tiefbauamt für eine Sanierung der Innsbrucker Straße zwischen Chiemsee- und Brianconstraße mit baulich getrennten Geh- und Radwegen aus. Dafür sei ein Neubau der Mangfallbrücke notwendig, hieß es. Sind alle diese Maßnahmen umgesetzt, erfolgt langfristig kein weiterer Ausbau mehr des Rosenheimer Straßennetzes.
Franz Opperer (Grüne) bezeichnete die Vorschläge als zutiefst enttäuschend und war der Meinung, die Stadt gebe zu viel Geld für den Individualverkehr aus. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer warb dagegen um Akzeptanz für das Konzept. Schließlich brauche die Stadt leistungsfähige Wege auch für den ÖPNV sowie Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge. „Bei der Äußeren Münchener Straße gibt es auch Verbesserungen für den Radverkehr und für Fußgänger“, sagte sie. In diese Kerbe schlug auch CSU-Fraktionschef Herbert Borrmann. „Straßenausbau wirkt sich auch auf andere Verkehrsarten positiv aus“, erklärte er.
Mit vier Gegenstimmen votierten die Stadträte für das Verkehrsentwicklungskonzept, was die Teilbereiche Kfz-Verkehr und Fahrradverkehr (Bericht folgt) betrifft. Die Bereiche der weiteren Verkehrsträger folgen Stück für Stück in den nächsten Sitzungen der Gremien.