Rosenheim – Der Inhalt des alten Mythos ist bekannt: Dem König von Theben wird prophezeit, dass sein Sohn ihn ermorden und seine Ehefrau heiraten werde. Um diesem Schicksal zu entgehen, gibt er den Auftrag, seinen neugeborenen Sohn auszusetzen und damit dem Tode preiszugeben. Tatsächlich wächst dieser jedoch entfernt von Theben auf und die Prophezeiung erfüllt sich.
Kann man diesem seit der Uraufführung im Jahr 425 vor Christus unzählige Male wiederholten Stück noch irgendeinen Reiz abgewinnen? Man kann, wie die Inszenierung unter Beweis stellte.
Als Grundlage diente die Bühnenfassung von Bodo Wartke, dessen Reime vor Wortwitz sprühen und die mit Elementen der Jugendsprache, einer Rap-Einlage und Anspielungen an die Gegenwart über lange Strecken vergessen lassen, dass es sich um ein antikes Drama handelt.
Die Schüler haben es unter Anleitung von Johannes Schnetzer mit ehrenamtlicher Unterstützung der schauspielerfahrenen Angelika Lendaro geschafft, diese von ihnen zum Teil angepasste Vorlage auf höchst vergnügliche Weise zu präsentieren. Mit sichtbarer Spielfreude und viel Engagement zogen sie von Beginn an das Publikum in ihren Bann. Die Befürchtung, dass die Pointen nicht ankommen oder – noch schlimmer – an den falschen Stellen gelacht wird, erwies sich als unbegründet.
Die zahlreichen Proben, für die alle Beteiligten auch viel Freizeit opferten, machten nicht nur Spaß, sondern haben sich auch gelohnt. Der zum Teil sehr umfangreiche Text wurde auf überzeugende Weise dargeboten. Den begeisterten Applaus haben sich alle Beteiligten mehr als verdient.re