Rosenheim – Christine Kaniak-Urban stand die Freude über die Auszeichnung ins Gesicht geschrieben. Begleitet vom engsten Familienkreis wurde ihr gestern das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten überreicht. Oberbürgermeisterin Bauer bedankte sich bei Kaniak-Urban für ihr ehrenamtliches Engagement und ihren Einsatz.
Die Rosenheimerin (78) war Lehrerin, Schulpsychologin und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. 17 Jahre leitete sie den schulpsychologischen Dienst in Fürstenfeldbruck. Heute arbeitet sie freiberuflich als Supervisorin, zudem gibt sie Therapiestunden für Jugendliche und Lehrtherapien für werdende Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. Die 78-Jährige hält auch immer wieder Seminare für Lehrer und Schulpsychologen ab.
Kaniak-Urban promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ihr Buch „Jedes Kind hat seine Stärken“ entstand aus ihrer Dissertation. „Ich schreibe sehr gerne und ich denke, das hilft mir auch bei meinem jetzigen Beruf“, sagt die Autorin.
Ausgezeichnet wird Kaniak-Urban für ihr Engagement bei der E-Mail-Beratung von „Nummer gegen Kummer“. Hierbei handelt es sich um das größte kostenfreie telefonischen Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland. Daneben arbeitet sie seit 2001 auch für die Telefonseelsorge in München. „Im Monat bearbeite ich ungefähr 2000 E-Mails. 1300 gibt es allein schon vom Kinderschutzbund“, erklärt Kaniak-Urban.
Mit der Auszeichnung hat die 78-Jährige nicht gerechnet. „Ich arbeite praktisch im Geheimen und finde es schön, dass die Öffentlichkeit jetzt auch weiß, was ich so mache“, antwortet Kaniak-Urban auf die Frage, was ihr die Auszeichnung bedeutet.
Täglich hat sie mit unzähligen Problemen Jugendlicher zu tun. „Während meiner Therapieausbildung habe ich gelernt, mich von den Problemen der Mailer und Mailerinnen nicht beschweren zu lassen“, verrät sie. Die Hauptprobleme, mit denen sich Kaniak-Urban beschäftigt, sind Ritzerei, Probleme mit den Eltern und Liebeskummer. Auch Suizid ist ein großes Thema. „Das Wichtigste in der E-Mail-Beratung ist es, Hoffnung zu machen“, sagt sie.hei