Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Partner für den interreligiösen Dialog

von Redaktion

Dr. André Golob weiter ACK-Vorsitzender – Appell: Identität der Religionen bewahren

Rosenheim – Regelmäßig im Frühling und im Herbst treffen sich die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Rosenheims (ACK). Dabei handelt es sich um die Vertreter der Ökumene, der Gemeinschaft der Christen der Stadt, darunter Pfarrgemeinden, Verbände, Hilfswerke und andere Organisationen. Dieses Mal war die alt-katholische Gemeinde Gastgeberin. Es war eine besondere Veranstaltung, denn neben den üblichen Berichten und Planungen stand nach drei Jahren die Wahl eines neuen Vorstands an.

Jede Konfession stellt ein Mitglied zur Wahl

Laut Satzung ist die Besetzung paritätisch, das heißt, jede Konfession stellt ein Mitglied zur Wahl. Wiedergewählt wurde Pfarrer Dr. André Golob von der alt-katholischen Kirche, der vom Vorstand in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt wurde. Und auch Adolf Bernegger von der baptistischen Gemeinde Rosenheims wurde wieder in den Vorstand gewählt. Die evangelisch-lutherische Kirche vertritt Dr. Bernd Rother, der Pfarrer der Erlöserkirche. Für die römisch-katholische Kirche sitzt nun Stadtpfarrer Sebastian Heindl aus der Christkönig-Gemeinde im Vorstand. Er folgt Johannes Boldt in den Vorstand, der auf eigenen Wunsch sein Amt niederlegte.

War bisher die Verteilung von Laien und Geistlichen ausgeglichen, ist mit Adi Bernegger von der evangelischen Freikirche zurzeit nur noch ein Laie Mitglied im ACK-Vorstand. Zusammen mit Pfarrer Golob plante Bernegger bereits im Anschluss an die Sitzung die gemeinsame Teilnahme an der Vollversammlung der ACK Bayerns im kommenden Jahr. „Die ACK“, so betonte er, „gibt es nicht nur flächendeckend auf lokaler Ebene. Wir sind auch auf Landes- und Bundesebene organisiert“. Weltweit ist die Gemeinschaft der Christen im Ökumenischen Rat der Kirchen verbunden, der seinen Sitz in Genf hat.

Beten: Jeder nach der eigenen Religion

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen fördert die Verbundenheit der verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften untereinander, sieht sich aber auch als Ansprechpartnerin für den interreligiösen Dialog. Dies kam im Vortrag von Pfarrer Golob zum Ausdruck, bei dem die Frage nach einem multi- und interreligiösen Gebet im Mittelpunkt stand. Golob unterstrich die Sensibilität dieser Frage und hob an einigen Beispielen hervor, wie wichtig es dabei sei, die Identitäten der beteiligten Religionen zu wahren. „Bei interreligiösen Veranstaltungen ist es ratsam, dass jede Religionsgemeinschaft nach ihrer eigenen Tradition betet, und zugleich ist es möglich, ein zeichenhaftes Bekenntnis des gemeinsamen Dialog- und Friedenswillen zu geben“, so der Referent.

Was das praktisch bedeutet beschrieb Frea Rauh, die sich im ACK-Arbeitskreis für den christlich-muslimischen Dialog engagiert. Sie berichtete von den erfolgreichen Aktionen des regelmäßigen multireligiösen Friedensgebets am Nepomuk-Brunnen, wies aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die etwa mit dem politischen Wandel in der Türkei einhergehen.

Die Vollversammlung der ACK Rosenheim war ein Erfolg, darin waren sich alle einig. „Gerade in Zeiten sozialer Kälte und zunehmender Orientierungslosigkeit müssen Menschen guten Willens zusammenrücken. Denn nur gemeinsam sind sie wirklich stark“, so gab eine Teilnehmerin den Tenor wieder.re

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