600 Besucher beim Konzert der „Kastelruther Spatzen“

„Gute, alte Bekannte“

von Redaktion

Sie sind ein Phänomen: Seit 43 Jahren füllen die Kastelruther Spatzen mit ihren volkstümlichen Schlagern die Hallen. Zu ihrem Konzert „Tränen der Dolomiten“ im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim kamen rund 600 Fans. Viele von ihnen halten den Musikern seit Jahrzehnten die Treue.

Rosenheim – Frontmann der Spatzen ist Norbert Rier. Nach einer Herz-Operation musste er für einige Monate pausieren. Jetzt steht er wieder auf der Bühne. Es geht ihm gut. Ganz genesen ist er aber noch nicht. Darum war beim Auftritt in Rosenheim sein Sohn Alexander mit von der Partie. „Um im Notfall meinen Part sofort übernehmen zu können“, schmunzelte der Papa. Mit ihm sangen und musizierten auf der Kuko-Bühne Kurt Dasser, Valentin Silbernagel, Walter Mauroner, Albin Gross, Karl Heufler und Rüdiger Hemmelmann.

Alle sind heimisch im Südtiroler Ort Kastelruth, welcher malerisch auf einem Hochplateau im Herzen der Dolomiten liegt. Alle haben neben der Musik auch noch einen anderen Beruf. Spatzen-Chef Norbert Rier betreibt eine Haflingerzucht, die anderen arbeiten als Lehrer, Landwirt, Karosseriespengler, Getränkehändler, Automechaniker und Kaufmann.

Ihre Fans nehmen sie deshalb nicht als extravagante Stars, sondern als ganz normale Menschen wahr. Für viele von ihnen sind die Kastelruther Spatzen „gute, alte Bekannte“, wie ein 67-jähriger Bad Aiblinger sagte, bei dem nach eigener Aussage kaum ein Tag vergeht, an dem er sich nicht die Musik dieser Band anhört.

Man kennt sich, schätzt sich und mag sich – das gilt bei den Kastelruther Spatzen für beide Seiten. Auch die Musiker wissen, was sie an ihren vielen, treuen Anhängern haben. Zu Beginn der Show begrüßte Norbert Rier darum gleich einmal einige namentlich.

Tränen der Dolomiten

Viele halten der Band schon seit Jahrzehnten die Treue. Der Besuch der Spatzen-Konzerte ist für sie Pflicht. Das Konzert in Rosenheim besuchten auch viele Österreicher. Für Viktoria Keim war es bereits das 34. Spatzen-Konzert. Die 32-jährige Tirolerin steckte Frontmann Norbert Rier in der ersten Halbzeit sogar einen Brief auf der Bühne zu. Ihr Mann nahm es gelassen: „Sie machen halt auch einfach gute Musik“.

Die Lieder der Kastelruther Spatzen gehen zu Herzen. Sie erzählen von den Höhen und Tiefen des Lebens. Beim Titelsong „Tränen der Dolomiten“ ging es um das Ende des Ersten Weltkrieges, das sich heuer zum hundertsten Mal jährt. Dazu haben die Kastelruther Spatzen ein Video an einem der Hauptkampfplätze, den drei Zinnen, gedreht. Dort sieht man noch heute die Schützengräben. Sequenzen daraus waren während dieses Liedes auf einer Leinwand im Hintergrund zu sehen.

Die Besucher schunkelten und klatschten begeistert mit. Ein Fanclub aus Miesbach in der ersten Reihe hielt sogar immer wieder ein mitgebrachtes Banner mit dem Logo der Band in die Höhe. Manchmal erschien es, als kannten die Fans die Texte der Lieder wie „Jedes Abendrot ist ein Gebet“, „Der Planet der Lieder“ oder „Brücke ins Glück“ besser als die Musiker selbst, die immer wieder einmal einen schnellen Blick auf die Monitore zu ihren Füßen warfen. Doch auch das verübelten die Fans „ihren“ Spatzen nicht. Sie applaudierten am Schluss begeistert.

„Ausstrahlung gefällt“

Sebastian (78 Jahre) und Ulrike Höhensteiger (77 Jahre), Rosenheim: „Wir sind schon seit 20 Jahren Fans der Kastelruther Spatzen“. Wir waren auch schon in Kastelruth und haben uns dort Schnitzereien gekauft. Die hängen in unseren Gaststuben“. Uns gefällt die Ausstrahlung der Musiker, die Art und Weise wie sie auftreten und sich geben. Sie sind gemütlich und bodenständig.“

Artikel 5 von 11