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Stückwerk

von Redaktion

Ist es populistisch, sich in einem Kommentar für den Neubau des Eisstadions stark zu machen? Eigentlich ja, denn mit dieser Forderung hat jeder die Zustimmung der großen Starbulls-Fanfamilie auf seiner Seite.

Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob die Sanierung im Bestand für 7,9 Millionen Euro wirklich vernünftig ist. Es stimmt, dass die hohen Kosten auf mehrere Jahre verteilt werden können und auf diese Weise eher zu bewältigen sind. Es stimmt, dass ein Standort für einen Neubau noch nicht in Sicht ist.

Doch auch die scheinbar „alternativlose“ Lösung, zu der sich jetzt die Fraktionen durchgerungen haben, zeigt einige Schwachstellen. Die Sanierung des Restaurants, statisch mit der Halle verbunden, ist noch nicht drin in der Rechnung. Die zweite Eisfläche ebenfalls nicht. Sie muss jedoch kommen, will die Stadt langfristig mehr Eiszeiten auch für den Breitensport zur Verfügung stellen, wollen die Starbulls nicht ihre Lizenz für die höchsten deutschen Nachwuchsspielklassen verlieren. Deshalb ist es verwunderlich, dass dem Vorstand des Vereins die Absichtserklärung der Stadt ausreicht, über eine zweite Eisfläche in Nachbarschaft zum Stadion nachzudenken.

Wie konnte es so weit kommen, dass eine Notlösung wie die Sanierung, mit der die Weiterführung des Betriebs für 15 bis 20 Jahre teuer erkauft wird, als einzig mögliche verkauft wird? Der Verdacht liegt nahe, dass ein nachhaltiges Konzept für die bekannteste Sportstätte von Rosenheim fehlt. Nur wenige im Stadtrat haben sich in den vergangenen Jahren außerdem an das heiße Thema Eisstadion richtig herangetraut. Wie so oft in Rosenheim wird stattdessen notgedrungen scheibchenweise saniert, renoviert und umgebaut – siehe Romed-Klinikum.

Wie wär`s, wenn einmal eine andere Rechnung aufgemacht würde: Unterm Strich würden die Millionen für die Sanierungen im Bestand bei einigen städtischen Einrichtungen häufig sicherlich eine Summe ergeben, für die auch ein Neubau zu finanzieren gewesen wäre.

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