Rosenheim – Mit dem britischen Starkoch Jamie Oliver fing es an: Durch ihn wurde Kochen vor 20 Jahren zum Entertainment. In Deutschland war Tim Mälzer einer der Ersten. Auch Alexander Herrmann gehört zu diesen kulinarischen Unterhaltungskünstlern. Der 46-Jährige stammt aus einer Hoteliers-Familie aus Wirsberg im Kreis Kulmbach. Nach seiner Ausbildung in einer Hotelfachschule absolvierte er eine Kochlehre. Seine Küchenmeisterprüfung schloss Herrmann als Jahresbester ab. Danach stieg er in den Familienbetrieb „Hermann’s Romantik Posthotel“ ein. 2003 erhielt er vom Restaurantführer „Gault-Millau“ einen Michelin-Stern. Heute betreibt er mehrere Restaurants und eine eigene Kochschule.
Deutschlandweit bekannt wurde Alexander Herrmann aber erst durch sein Mitwirken an zahlreichen Fernseh-Shows, darunter „Kochduell“, „Küchenschlacht“ oder „The Taste“. Da beweist der charmante Franke, dass er auch Talent zum Entertainer besitzt. Seit einigen Monaten tourt er jetzt sogar mit einer eigenen Bühnen-Show durch Deutschland. 40 Stationen hat er eingeplant. Als Format für seinen Auftritt wählte er die „Late-Night-Show“. Nicht etwa, weil der Koch erst ganz spät am Abend auftritt, wie er bei seinem Auftritt im Kultur- und Kongresszentrum klar stellte, sondern weil er seine Koch-Show mit einer gehörigen Portion Comedy und auch einer kleinen Prise Talkshow mixt.
Für den „Talk“, also das Gespräch, ist Marco Laufenberg zuständig. Der Kölner gilt derzeit als Deutschland schrägster und erfolgreichster Einheizer. Den rund 700 Besuchern im Kuko erklärte Laufenberg gleich einmal zu Beginn, dass es fünf verschiedene Arten von Hobbyköchen gibt: Poser, Rezept-Sklaven, Banausen, panische Laien und Klugscheißer.
Drei Stunden Show-Programm
Drei Stunden lang plauderten sich Koch und Komiker locker durch das Programm. Für das Publikum gab es viel zu lachen. Fast nebenbei wurde auf der Bühne auf den beiden mitgebrachten Herden und in den sechs Backöfen gekocht und gebraten. Alle Handgriffe wurden auf eine Großbildleinwand übertragen, sodass sich auch von den hinteren Reihen aus die einzelnen Kochschritte gut nachvollziehen ließen. Für die Zuschauer gab es neben Rezepten, Tipps und Tricks auch noch einige kulinarische Kostproben, beispielsweise „perfekte“ Fleischpflanzerl und als Höhepunkt nach der Pause knusprig gebratene Enten.
Unter den Zuschauern fanden sich erstaunlich viele gelernte Köche, wie beispielsweise Thomas Witter aus Weyarn. Auf der Suche nach immer neuen Rezepten hat es der 58-Jährige mittlerweile schon zu einer ansehnlichen Kochbuchsammlung gebracht. „Kochen ist auch etwas sehr Kreatives“, steht für ihn fest und darum war für ihn die Kochshow von Alexander Herrmann eine gute Gelegenheit, um sich neue Impulse zu holen.
Serviert bekamen die Zuschauer an diesem Abend vor allem Ideen dafür, wie sich bekannte und bewährte Gerichte mit wenig Aufwand zur Gourmetküche aufpeppen lassen.