OVB-PortrÄt der Woche: Mathias Klein-Hessling, neuer Kaplan der Stadtteilkirche am Wasen

„Ohne Glauben wäre alles nur Biologie“

von Redaktion

Die Stadtteilkirche am Wasen hat einen neuen Kaplan: Vor knapp sechs Monaten ist Mathias Klein-Heßling nach Rosenheim gekommen. Der 29-Jährige hat sich bereits gut in der Stadt und in sein neues Amt eingelebt.

Rosenheim – Aufgewachsen ist Mathias Klein-Heßling zusammen mit drei Geschwistern in Wesel im Münsterland. Zuerst besuchte er nach seinem Umzug nach Bayern die Miesbacher Grundschule, dann trat er ins Miesbacher Gymnasium ein.

Kommunion, Firmung, Ministrantenamt – das alles war für Mathias Klein-Heßling eine Selbstverständlichkeit, aber dass er einmal Pfarrer werden würde, damit hat er in seiner Kinder- und Jugendzeit überhaupt nicht gerechnet. Vor 15 Jahren sprach ihn dann eines Tages sein ehemaliger Heimatpfarrer Axel Meulemann an, ob er sich nicht vorstellen könnte, Priester zu werden. „Bis heute frage ich mich, warum er gerade mich gefragt hat?“, so Mathias Klein-Heßling.

Familie hat sich

an die Entscheidung gewöhnt

Er war nicht der Einzige, den der Pfarrer mit dieser Frage konfrontierte. Zuletzt blieb eine Gruppe von fünf jungen Männern übrig. Sie trafen sich regelmäßig, um über Themen wie die Berufung zu sprechen. Zwei von ihnen entschlossen sich schließlich dazu, diesen Weg tatsächlich einzuschlagen. Einer davon war Mathias Klein-Heßling: „Je mehr wir uns mit den verschiedenen Stellen der Bibel und anderen theologischen Texten befassten, desto mehr wurde ich darin bestärkt, den Priesterberuf zu wählen.“

2008 ist er dann direkt nach bestandenem Abitur in das Priesterseminar St. Johannes der Täufer in München eingetreten. Seine Familie musste sich erst einmal mit seiner Berufswahl anfreunden. „Natürlich hofft meine Mutter auf Enkelkinder. Aber ich habe ja noch drei Geschwister, die ihr diesen Wunsch erfüllen können“, schmunzelt der 29-Jährige.

Mittlerweile seien die Eltern aber vollkommen mit seiner Entscheidung einverstanden: „Sie haben gemerkt, dass das tatsächlich das Richtige für mich ist.“

Selbst vor dem Zölibat hat der Kaplan keine Angst. „Man entscheidet sich ja nicht von einem Tag auf den anderen, Priester zu werden. Das ist eine lange Entwicklung“, erklärt er. Er habe diesen Entschluss dann nach reiflicher Überlegung gefasst und stehe dazu auch ganz und gar. Seine Familie sei jetzt die Pfarrei Heilig Blut: „Es ist immer jemand da, mit dem man reden kann. Da fühlt man sich nicht allein. Außerdem habe ich während meines Priesterseminars sehr gute Freunde gefunden“.

Auch von negativen Schlagzeilen über die Kirche lässt sich Mathias Klein-Heßling nicht von seinem Weg abbringen. „Das Gute überwiegt“, ist er überzeugt. Er sieht seine Berufung klar in der Seelsorge und damit auch im Gespräch mit anderen Menschen: „Ich kann mit meinen Worten andere berühren. Das ist ein tolles Gefühl.“

Die kommenden drei Jahre wird Mathias Klein-Heßling nun als Kaplan in der Stadtteilkirche am Wasen verbringen. Für diese Zeit wünscht er sich, dass „ich meinen Glauben mit meinen Idealen und Vorstellungen weitergeben darf, wir als Gemeinschaft zusammenwachsen und Freundschaften entstehen, die auch nach meiner Zeit in Rosenheim weiter Bestand haben“.

Berufung in der Seelsorge gefunden

In den vergangenen sechs Monaten hat der Kaplan Stadt und Leute schon sehr gut kennengelernt. Besonders schätzt er Zusammenhalt, Gemeinschaft, ehrenamtliches Engagement und die Lust am Feiern. Für seine Zukunft als Pfarrer wünscht sich Mathias Klein-Heßling eine eher kleinere Pfarrei, in der er sich noch in vollen Zügen dem eigentlichen Sinn dieses Amtes – der Seelsorge – widmen darf.

Der Glaube hat seiner Meinung nach auch in Zukunft Bestand: „Er gibt den Menschen Halt im Leben. Außerdem: Ohne Glauben wäre alles Biologie. In einer Welt, in der es nichts mehr dahinter gibt, will ich nicht leben“, betont der Kaplan.

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