Anna Telbukh malte im KuKo mit Sand

Bilder für den Augenblick

von Redaktion

Anna Telbukh ist Malerin. Ihre Bilder fließen wie Sand durch ihre Finger und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sandmalerei ist eine noch relativ junge Kunst. Anna Telbukh brachte sie jetzt nach Rosenheim und begeisterte damit rund 650 Zuschauer im Kultur- und Kongresszentrum.

Rosenheim – Sandmalerei gibt es seit gut 40 Jahren. Praktiziert wird sie fast ausschließlich von Frauen und diese kommen vorrangig aus Russland und der Ukraine. Eine Fernseh-Talentshow machte diese ganz besondere Art der Malerei dann vor zehn Jahren auch hierzulande bekannt.

Anna Telbukh begann mit der Sandmalerei vor sieben Jahren. Gemalt hat die 28-jährige Ukrainerin schon immer gerne, zuerst aber mit Farben auf Leinwänden. Durch den Auftritt einer Sandmalerin in einer Fernsehtalent-Show in ihrer Heimat wurde sie auf diese Kunstform aufmerksam. „Ich war davon sofort fasziniert und begann zu üben“, erzählte sie vor ihrem Auftritt im Kuko im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Heute zählt die charmante, junge Frau zu den besten Sandmalerinnen weltweit. Über 250-mal stand sie bereits in ganz Europa auf der Bühne.

Sand

aus der Sahara

Sand ist nicht gleich Sand. Jede Sandmalerin hat dafür ihr eigenes „Rezept“. Anna Telbukh verwendet roten und weißen Sand aus der Sahara, den sie sich nach Hause liefern lässt. „Nur extrem feiner Sand eignet sich zum Malen“, erklärt die Künstlerin. Darum legt sie jeden Monat einen Tag zum Sieben ein.

Auf einer beleuchteten Glasplatte lässt Anna Telbukh dann mittels Sand Bildergeschichten entstehen. Diese werden von einer Kamera gefilmt und für die Zuschauer auf eine Großbildleinwand projiziert. Bei ihrem Auftritt in Rosenheim nahm die Sandmalerin ihr Publikum mit auf eine Weltreise. Die Millionen Sandkörner auf dem Leuchttisch setzten sich durch ihre Kunst zusammen zu Tieren, Menschen, Landschaften und Städten. Motiv um Motiv entstand, um dann wieder zu zerfließen und zu etwas Neuem zu werden. Untermalt von Musik ging es von der afrikanischen Savanne mit einem brüllenden Löwen im Mittelpunkt weiter zum Taj Mahal in Indien und von dort zum Kolosseum in Rom, dem Eifelturm in Paris und der Skyline von New York.

Zum Abschluss malte Anna Telbukh zur Begeisterung der Zuschauer sogar ein Sandbild von Rosenheim mit der Kirche St. Nikolaus. „Ein sehr schwieriges Motiv, weil es so viele kleine Details gibt“, erklärte die Künstlerin im Vorfeld.

Den Farbpinsel hat die Ukrainerin mittlerweile völlig zur Seite gelegt. Sie malt nur noch mit Sand: „Ich spüre den Sand so gerne in meinen Händen. Das ist ein wunderschönes Gefühl.“ Die Faszination dieser Form der Kunst erklärt sie sich durch das Spiel von Licht und Schatten, durch das ihre Bilder erst ihre besondere Wirkung auf die Betrachter entfalten.

Bilder kann

man nicht erhalten

Nachteil dieser Art von Malerei: Jedes Motiv existiert nur für einen kurzen Augenblick. Doch das stört Anna Telbukh nicht. „Das Bild selbst kann man zwar nicht erhalten, aber man kann es fotografieren oder filmen“, meint sie.

Neben Talent braucht es viel Übung, um aus Sand derart kunstvolle Bilder entstehen zu lassen. Wie schwierig diese Art der Malerei tatsächlich ist, zeigte sich am Schluss der Show. Wer wollte, durfte sich auf der Bühne selbst als Sandmaler versuchen. Mehr als zum einfachen Strichmännchen reichte es bei den Laien nicht.

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