Rosenheim – „Über die AfD will ich gar nicht reden“, geht Hötzel auf Distanz. Seit 30 Jahren ist er Kreisvorsitzender Rosenheim-Stadt der Republikaner, in der dritten Periode sitzt er im Stadtrat. Die Zeiten, als der Stadtverband 90 Mitglieder zählte und sogar fünf Vertreter in den Stadtrat schicken konnten, sind vorbei. Die Partei hat noch gut 50 Mitglieder und ein Nachwuchsproblem: Die meisten gehören der Generation 55 plus an. „Das sind dafür alles Menschen mit großer Lebenserfahrung“, sagt Hötzel. Außerdem habe die Partei einen neuen jungen Landesvorsitzenden.
In Rosenheim gebe es einen funktionierenden Vorstand, nach wie vor viele Unterstützer und Förderer. „Kann sein, dass wir sogar einen Oberbürgermeisterkandidaten aufstellen“, deutet Hötzel an. Er möchte die Republikaner in Rosenheim als „soziale Partei für die kleinen Leute“ positioniert wissen. Und wagt dann doch noch eine Abgrenzung zur AfD, über die er so ungern spricht: „Wir sind liberaler.“
Im Mittelpunkt der Stadtpolitik steht bei den Republikaner die Sportförderung. Die jetzige Entscheidung, das Eisstadion im Bestand zu sanieren, „ist meine große Liebe nicht“, gibt Hötzel zu. Doch er weiß, dass es keine Alternative gibt. Deshalb sieht er in der Sanierungsentscheidung des Stadtrates ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Eishockeystadt Rosenheim positiv in die Zukunft schauen kann. Sie punkte nicht nur mit „dem Leuchtturm“, den Starbulls, sondern auch mit einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit. 18 mal sei die Jugendmannschaft schließlich schon deutscher Meister geworden, aktuell spiele ein Rosenheimer bei Olympia in der Nationalmannschaft.
Nun gehe es noch darum, die zweite Eisfläche am Stadion zu verwirklichen. Hierbei gelte auch ein Ziel: den Sechzigern nicht den Hartplatz wegzunehmen.
Grundsätzlich müsse die Stadt mehr für die Sportförderung tun, ein bis zwei zusätzliche Sportplätze seien notwendig, findet Hötzel. Er sieht Handlungsbedarf – auch angesichts der Tatsache, dass Millionen durch die Sanierungen von Kuko und Lokschuppen in die Kultur fließen würden.
Weitere Themen, die den Republikanern in Rosenheim wichtig sind: eine bessere Koordination der Baustellen und mehr Wohnungen für Menschen mit kleinerem Geldbeutel. duc