Rosenheim – Sakko anziehen, Krawatte zurechtrücken, Aktentasche unter den Arm und schnell noch die überfüllte U-Bahn bis ins Europäische Viertel nehmen, dann am Spinelli-Eingang durch die Sicherheitsschleuse und am „Mickey Mouse-Café“, dem sogenannten Lobbyisten-Café vorbei in die Ausschusssitzung: Lucian Muresan, Schüler der Q12 des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums Rosenheim, hatte das Privileg, an einer Sitzungswoche im Rat für Digitales und Kommunikation im Ausschuss für Cybersecurity in Brüssel teilzunehmen.
Hierbei saß er in den komfortablen Sesseln des Europäischen Parlaments und machte gemeinsam mit 60 Delegierten die Stimme der europäischen Jugend in Brüssel hörbar.
Beworben hatten sich über 300 politisch interessierte junge Bürger, doch nur ein paar durften sich in der belgischen Hauptstadt treffen. Organisiert wurde die Konferenz von der nichtstaatlichen Organisation „Young European Leadership (YEL)“, die seit 2014 jährlich verschiedene Formate auf europäischer und internationaler Ebene gestaltet, um es jungen Menschen zu ermöglichen, bei der politischen Entscheidungsfindung mitzuwirken.
Nach dem Durchlaufen eines Auswahlverfahrens inklusive Verfassen eines Motivationsschreibens, von Essays über die Zukunft der EU sowie eines Auswahlinterviews bereiteten sich seit Juli 2017 die Delegierten in Kleingruppen auf ihre Aufgabe vor. Die „Sitzungswoche“ in Brüssel stellte den Höhepunkt eines monatelangen Vorbereitungsprozesses dar.
Im Unterschied zum Europäischen Jugendparlament war dieses Treffen kein Simulationsspiel, sondern eine Chance der Kommission, die Anliegen der jungen EU-Bürger mitzuteilen. Dazu wurde ein Papier erarbeitet, welches der Kommission vorgelegt wurde und als Anreiz für eine jugendfreundliche EU-Politik dienen soll. Lucian Muresan erarbeitete ein Konzept über die Cybersecurity der EU.
Neben Gesprächen mit Sprechern aus der Kommission und Europol durfte sich der Gymnasiast mit Prof. Dr. Angelika Niebler, MdEP, über die Digitalisierung in Europa unterhalten. re