Rosenheim – Inuk ist voller Energie, das merkt man sofort, wenn man ihn beim Training beobachtet. Am liebsten würde er sofort lossprinten, doch er ist weltmeisterlich erzogen – und übt sich deshalb in Geduld.
Der fünfjährige Schäferhund ist im Verein OG Inntal schon fast so etwas wie eine kleine Berühmtheit. Auch Besitzerin Katrin Renner kann ihr Glück über ihren vierbeinigen Gefährten an ihrer Seite nicht fassen: „Inuk hatte für mich von Anfang an die besten Voraussetzungen. Er ist ein sehr aufgeschlossener, freundlicher, arbeitsbereiter, schöner und gesunder Hund. Inuk hat den notwendigen Spieltrieb und bringt ebenso viel innere Ruhe und Ausgeglichenheit mit sich“, sagt die Besitzerin. Schwanzwedelnd scheint der Schäferhund seinem Frauchen zuzustimmen.
Fünf Jahre sind die beiden jetzt schon gemeinsam unterwegs. Die sympathische Rosenheimerin hatte bis dahin noch keinerlei Erfahrung mit der Hundeausbildung. „In der Ortsgruppe Inntal haben wir von Anfang an viel Unterstützung bei der Ausbildung bekommen“, erinnert sie sich. Einige Wochen später entschied der Vorsitzende Rudolf Grobauer, Renner auch als Mitglied in den Verein aufzunehmen: „Mein Grundbaustein für den Hundesport war somit gesetzt,“ sagt die 26-Jährige.
Dass Inuk und Renner fünf Jahre später den zweiten Platz bei der Universalweltmeisterschaft in Österreich belegen, damit hat wohl niemand gerechnet. „Selbst für mich war das undenkbar,“ schmunzelt die Hundehalterin. Doch woher kommt die Faszination Schäferhund? „Der Deutsche Schäferhund ist ein sehr leistungsfähiger und sicherer Gebrauchshund, der sich gleichzeitig als treuer, ausgeglichener Familienhund bestens eignet,“ schwärmt Renner. Seit 115 Jahren wird diese Hundeart jetzt schon erfolgreich auf der ganzen Welt gezüchtet.
„Wir waren von Anfang an ein Team.“
Katrin Renner
Inuk hat genug vom Nichtstun und will endlich mit dem Training beginnen: „Wir trainieren in der Hauptsaison, Frühjahr bis Herbst, vier- bis fünfmal in der Woche, bei jedem Wetter,“ erklärt Renner und streichelt ihrem Liebling sanft über den Kopf. „Kein Training ist wie das andere und meistens werden auch nicht alle Disziplinen an einem Tag trainiert.
„Zu der geistigen Arbeit kommt für den Hund auch die körperliche Fitness hinzu,“ erklärt die Rosenheimerin. „Das Training wird immer mit Rücksicht auf den Hund abgestimmt, da wir mit einem Lebewesen arbeiten, von diesem wir wiederum am Tag des Wettkampfes eine hohe Leistung erwarten,“ erklärt Renner im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Das Besondere am Sport ist für die Rosenheimerin ganz klar die Bindung zwischen Hund und Hundeführer.
Das harte Training hat sich jetzt ausgezahlt: Der zweite Platz bei der Universalweltmeisterschaft in Österreich ist der bisher größte Erfolg der beiden. „Die Universalweltmeisterschaft wurde 2011 ins Leben gerufen. Mit dem Grundgedanken „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ ist es seitdem der höchste Titel, den es für Deutsche Schäferhunde zu erreichen gibt“, erklärt Renner.
Der Universalsieger ist eine Kombination aus „Leistung“ (Fährte, Unterordnung und Schutzdienst) sowie „Schau“, bei der unter anderem die Schönheit, Körperbau und das Gangwerk beurteilt werden. Gern erinnert sich die Rosenheimerin an ihren großen Wettkampf zurück: „Nachdem ich mit Inuk in Österreich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft gewonnen hatte und Inuk österreichischer Universalsieger geworden war, durften wir vier Wochen später an der Weltmeisterschaft mit knapp 60 Startern aus 14 Nationen teilnehmen. Beim Wettkampf war beinahe alles perfekt, Inuk war in Top-Form und auch ich konnte die Nerven behalten.“
Nur ein Punkt fehlte für die Sensation
Ein Punkt fehlte Inuk und seiner Besitzerin am Ende zum Weltmeistertitel, dennoch war die Freude groß. Auch Zukunftspläne hat das dynamische Duo schon: „Die größte Kunst im Hundesport besteht sicher nicht darin, einen Hund auf einem hohen Niveau auszubilden, sondern einen ausgebildeten Hund auf einem Top-Niveau zu halten“, erklärt Renner und fügt hinzu: „Wir werden hart trainieren und vielleicht klappt es dann mit der Teilnahme an der nächsten Weltmeisterschaft. Die austragendenden Nationen Belgien, Dänemark und Italien wären sicher eine Reise wert“.
Das findet auch Inuk und posiert stolz neben seinem Pokal – wie ein echter Sieger eben.