„Wir brauchen junge, engagierte Frauen“

von Redaktion

Veranstaltung „Sekt und Selters“ der SPD-Frauen Rosenheim mit Johanna Uekermann

Rosenheim – Im Rahmen von „Sekt und Selters“, der etablierten Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Rosenheim, fand eine Veranstaltung zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht statt. Die Vorsitzende der SPD-Frauen Rosenheim und Landtagskandidatin Rosenheim-Ost, Britta Promann, begrüßte als Referentin Johanna Uekermann.

Uekermann, seit 2017 stellvertretende Vorsitzende der SPD in Bayern und gewähltes Mitglied des SPD-Parteivorstands, sprach beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Rosenheim zu diesem ureigenen Thema der SPD-Frauen.

Uekermann, in ihrer Studienzeit studentische Frauenbeauftragte, beschrieb die Entwicklungsgeschichte der Frauenrechte in den letzten 100 Jahren. Viel sei erreicht worden, seitdem 1918 die Frauen über einen Antrag der SPD das aktive und passive Wahlrecht erhielten und Marie Juchacz, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), als erste Frau im Parlament sprach. 1895 noch war ein erster SPD-Gesetzesentwurf an der bürgerlichen Mehrheit gescheitert. 1918 gab es im ersten geschlechtergemischten Parlament 37 weibliche Abgeordnete – rund neun Prozent. 2013 waren es 36 Prozent.

Gleichstellung – ist das heute noch zeitgemäß? Diese Frage stellte Uekermann in die Runde. Vieles, was die Frauenrechte betreffe, sei immer noch nicht selbstverständlich, wie Johanna Uekermann aufzeigte. Eine Vielzahl an Frauenberufen, wie Kinderbetreuung, Kranken- und Altenpflege sei heute weder sozial noch finanziell mit vergleichbaren typischen Männerberufen gleichgestellt. Die Betreuung der eigenen Kinder liege immer noch hauptsächlich in Frauenhand. Formal hätten Frauen die gleichen Rechte wie Männer, aber praktisch und strukturell herrsche noch großer Nachholbedarf. Frauenpolitik müsse, so Uekermann, wieder in den Fokus rücken: „Die Hälfte der Welt steht uns zu, es lohnt sich, weiterzukämpfen!“ re

Artikel 1 von 11