Rosenheim – Seit 2010 gibt es die Rosenheimer Sicherheitswacht: Es sind ehrenamtliche Bürger, die eine 40-stündige Schulung absolviert haben. Sie dürfen Personalien aufnehmen und Platzverweise aussprechen. Ansonsten haben sie genauso viele Rechte wie jeder andere Bürger auch. Die Sicherheitswachtler sind keine Hilfssheriffs, sondern sollen, so die Polizei, eine Vorbildfunktion für jeden einzelnen Bürger übernehmen, bei Straftaten nicht wegzuschauen, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen und die Polizei zu verständigen. Darum ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand der Sicherheitswacht auch das Funkgerät.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Frauen und Männer in ihren blauen Uniformen: Sie erhöhen das Sicherheitsgefühl auf den Straßen. Polizeipräsident Robert Kopp bezeichnet die Mitglieder der Sicherheitswacht deshalb gern als „wandelnde Notrufsäulen“: Sie sind – neben der Polizei – für die Bürger ein erkennbarer Ansprechpartner im Alltag.
Gerade in den letzten Wochen hat sich nach Überzeugung der Polizei wieder gezeigt, wie wichtig die ehrenamtliche Institution in der Stadt Rosenheim ist.
So stellte eine Streife der Sicherheitswacht am Rande des Faschingstreibens auf dem Max-Josefs-Platz eine Körperverletzung auf Höhe des Busbahnhofes fest. Ein 46-jähriger Mann aus Rohrdorf hatte feiernde Besucher ohne jeglichen Grund körperlich angegriffen. Die Streife ging sofort dazwischen und konnte den stark alkoholisierten Randalierer bis zum Eintreffen der Polizei beruhigen und festhalten.
Nur ein paar Tage später fand eine Streife der Sicherheitswacht ein E-Bike, das noch original verpackt im Karton vor einem Fahrradfachgeschäft abgestellt wurde. Das Geschäft hatte nachmittags bereits geschlossen. Wie sich herausstellte, hatte der Lieferservice das Rad einfach vor dem Eingang abgeladen. Eine verständigte Polizeistreife stellte das E-Bike sicher, das kurz danach dem Geschäftsinhaber übergeben werden konnte.
Bei Minustemperaturen
im Park geschlafen
Ende Februar fand die Sicherheitswacht einen jungen Mann, der im Salingarten auf einer Parkbank schlief. Angesichts von Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt wurde der 23-jährige Rosenheimer zu seiner eigenen Sicherheit geweckt. Da er wohnsitzlos war, organisierte ihm schließlich die Polizei eine Unterkunft in einer sozialen Einrichtung.
Eine positive Rückmeldung erhielt eine Streife der Rosenheimer Sicherheitswacht während eines Fußganges auf dem städtischen Friedhof. Mehrere Friedhofsbesucher bestätigten der Sicherheitswacht, dass sie sehr erfreut sind, die Streife dort zu sehen. Ärgernisse wie zum Beispiel herausgerissene Blumen aus Gräbern hätten deutlich weniger stattgefunden.
Im Zusammenspiel mit der Stadt Rosenheim konnten auch entsprechende Genehmigungen zur Einhaltung nach der Stadtsatzung überprüft werden. So wurden mehrere Personen angesprochen, die im Salingarten oder im Bereich des Salzstadels Alkohol tranken, obwohl das dort ausdrücklich verboten ist. Auch die Genehmigungen von Straßenmusikern in der Fußgängerzone wurden überprüft, etwa darauf, ob die Örtlichkeit oder die Zeit durch die Künstler eingehalten werden.
Gelegentlich auftretenden Bettlern in der Innenstadt gegenüber hat die Sicherheitswacht Platzverweise ausgesprochen – verbunden mit der Bitte, dieses Handeln zu unterlassen. ku