Verblüfftes Publikum

Mentale Magie mit einer großen Portion Charme

von Redaktion

Zauberkünstler Nicolai Friedrich faszinierte mit seiner Bühnenshow im Kuko

Rosenheim – Er besitzt einen jungenhaften Charme, eine gewinnende Eloquenz und sieht aus wie ein schlaksiger Student. Mit seiner magischen Zauberei aber versetzte Nicolai Friedrich die begeisterten Zuschauer im Kultur- und Kongresszentrum in Staunen und Bewunderung. „Es ist ein Vorurteil, dass sich ein Zauberer durch Fingerfertigkeit und Geschicklichkeit auszeichnet“, erklärte der smarte Künstler. Niemand müsse also heute Abend Angst haben, dass er zersägt werde. Die menschliche Wahrnehmung sei jedoch beschränkt. „Passen Sie also in Ihrem eigenen Interesse auf, was Sie denken“, so sein Rat.

In seiner multimedialen Bühnenshow, die nicht mit bizarren Lichteffekten und bombastischer Musik spart, verblüfft Friedrich das Publikum gleich in der ersten Nummer mit einem Seil, aus dem er nach Lust und Laune mehrere Enden hervorzaubert, um gleich darauf wieder zwei Enden gleichzeitig verschwinden zu lassen. Dann wählt er zufällig drei Kandidaten aus, indem er drei Frisbees ins Publikum wirft. Friedrich errät nicht nur in Sekundenschnelle die geometrischen Figuren, die sich die Kandidaten ausgesucht haben. Aus exakt den Buchstaben der Wörter, die sie zufällig aus einem Buch aussuchen, setzt er auch ihre Vornamen zusammen.

„Je erwachsener wir werden, desto mehr schwindet die Fantasie“, erklärte Friedrich dem wie hypnotisiert wirkenden Publikum. Mal ertastet ein Bub, den er auf die Bühne bittet, in einer Box einen weichen Gegenstand, der sich als Stein entpuppt, mal errät der Zauberer korrekt den Ort und die Farbe des Kleides, das sich eine Zuschauerin für ein geplantes Rendezvous ausgesucht hat.

Ratlosigkeit und Verblüffung löst Friedrich aus, als er einen Zuschauer bittet, eine Zahl zwischen 60 und 100 auszuwählen, aber nicht zu sagen. Die Schuhgröße, die letzte Ziffer der Telefonnummer und die Aufstehzeit, die ihm der Zuschauer nennt, schreibt er an die Ecken einer vierspaltigen Matrix, füllt für das Publikum nicht sichtbar die restlichen Felder mit Zahlen und fragt darauf nach der Zahl, die der Zuschauer mit 86 angibt. Anschließend zeigt Friedrich das Blatt. Sowohl die Summe der Zeilen als auch der Spalten und die Summe der Eckzahlen ergeben tatsächlich die Zahl 86.

Dass auf der Bühne alles möglich ist, zeigte Friedrich auch noch mit zahlreichen weiteren Kunststücken. Als er den Geburtstag und das Sternzeichen einer Dame korrekt errät und auch das Motiv auf einem Foto, das ihm ein Zuschauer abgedeckt aus seinem Geldbeutel überreicht, bricht im Saal stürmischer Beifall aus. Da wirkten am Ende der wie durch Geisterhand schwebende Tisch und der Trick mit vertauschtem Weinglas und Weinflasche fast banal. Mit der mentalen Kraft der Zuschauer lässt Friedrich, der schon als Kind Zauberer werden wollte, zum begeisterten Beifall des Publikums schließlich sogar einen Masskrug zerspringen.

Artikel 11 von 11