Die Performance Class überzeugte ebenso mit ihren Stimmen wie mit ausgefeilten Choreographien.
Rosenheim – Es war ein Auftakt mit Pauke und Trompete, den die Musikschlümpfe unter Leitung von Barbara Öttl und Wolfgang Hauck den Zuhörern boten. Nach dem Allegretto aus der 7. Symphonie von Ludwig van Beethoven trug das folgende Stück von Andy Gillmann nämlich den bezeichnenden Titel „Boing, Kräsch, Schepper & Rumms“, bevor eine swingende Version von „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Disney-Film „Das Dschungelbuch“ erklang.
Mit schwarzen Baskenmützen angetan, waren die Singklassen der Schule Happig 4g und St. Hedwig, die wunderschön und berührend zwei französische Lieder zum Besten gaben: „Vois sur ton chemin“ und „Cerf-volant“. Gefühlvoll begleitet wurden sie dabei vom Ensemble Archi Musicali und von Karoline Drews-Weidmann am Klavier. Zum Abschluss segelten zwar keine Papierdrachen („Cerf-volant“), wohl aber Papierflieger ins Publikum. „Die dürft Ihr alle behalten“, versicherte eine der jungen Sängerinnen von der Bühne aus dem Publikum.
Sphärisch-zarte Klänge boten mit ihren Querflöten Franka Schweiger, Fiona Pravida, Lena Kilian sowie Kathrin Wimbauer mit den beiden Stücken „Persan Blue“ und „Puma“ aus der Feder von Marc Berthomieu.
Wer mit dem Hackbrett nur alpenländische Musik verbindet, wurde beim Frühligskonzert eines Besseren belehrt: Exotisch-anmutig, anfangs an fernöstliche Melodien erinnernd, spielte das Hackbrettenensemble der Musikschule unter der Leitung von Anna Resch das traditionelle bulgarische Stück „Cetvorno Sopsko Horo“.
Auf musikalisches Gelände jenseits der Klassik begab sich das Kammerorchester unter Leitung vom Yoshiko Wakuta-Kneer, das ausdrucksstark den Tango „Por uns gabeza“ von Carlos Gardel interpretierte.
Die Biber-Band, ein Ziehharmonika-Ensemble unter Leitung von Marcella Gruf, stimmte ein „Russisches Lied“ und das Stück „Wolkenreise“ von Eroc an – so begeisternd und ansteckend, dass das Publikum zwischendurch mitklatschte.
Mit dem vibrierenden „Pop-Concerto“ von Daniel Hellbach verabschiedeten das Pop-Orchester und Vitus Dräxl am Klavier das Publikum in die Pause.
Mit einem ganzen Gitarrenorchester ging es höchst abwechslungsreich in die zweite Hälfte des Konzerts: Zu hören waren der Renaissance-Tanz „Gassenhauer“ in einem Arrangement von Klaus Schindler, der Libertango von Astor Piazzolla und der Nimble-Song, ein traditionelles englisches Folk-Lied.
Einen dichten, elektrisch verstärkten Soundteppich legte anschließend das Band-Projekt mit seiner Rock-Besetzung. In einem Medley sangen Cäsaria Mayer, Anna Mechtl und Simon Hermansdorfer „No roots“ von Alice Merton, „Ich singe diese Lieder“ von Adel Tawil und den AC/DC-Kracher „Highway to Hell“, der in dieser Version gar nicht so krachte.
Der Schlussteil des Frühlingskonzerts gehörte den Musical-Klassen von Lynda Kemeny. Die Performance Class sang Cole Porters „Anything Goes“ und zeigte dabei eine beeindruckende bühnenfüllende Choreographie.
Ein Lied für Kaffee-Liebhaber
Die Formation Popacapella unternahm einen musikalische Ausflug in die 1930er-Jahre und sang und tanzte, nur am Klavier von Alan Sokol begleitet, den „Java Jive“ von Ben Oakland – ein Song für alle Kaffeeliebhaber – und Duke Ellingtons „It Don‘t Mean A Thing“. Die Klassen Kids in Motion und Teens von Stage entführten die Zuhörer noch einmal in den Urwald und performten „Ich bin der König im Dschungel“ aus dem „Dschungelbuch“.
Den mitreißenden Schlusspunkt setzten schließlich die Musical-Klassen noch einmal gemeinsam mit der Hymne „Another Day of Sun“ aus dem Musical-Film „La-La-Land“ und dem Gospel-Song „This Little Light of Mine“, der die jungen Sängerinnen und Sänger zum fulminanten Schlussbild auf der Bühne versammelte.