Sebastian Lipp feierte 90. Geburtstag

„Pfarrer Lipp ist ein echter Glücksfall“

von Redaktion

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer überbrachte Pfarrer Sebastian Lipp zum 90. Geburtstag persönlich die Glückwünsche der Stadt. „Er ist einer der beliebtesten Pfarrer Rosenheims,“ so die OB bei einer Feier im Altenheim St. Martin, wo Lipp nach wie vor als Seelsorger tätig ist.

Rosenheim – „Pfarrer Lipp ist ein echter Glücksfall für uns,“ schwärmte auch Heimleiter Clemens Kraus und fügte hinzu: „Er übt seinen seelsorgerischen Dienst nach wie vor mit sehr viel Herz und Gefühl für unsere Bewohner aus.“

„Leuten zu helfen bereitet mir Freude“

Pfarrer Sebastian Lipp

Seit 17 Jahren ist Sebastian Lipp zwar schon im Ruhestand, das Pfarrersein geht für den 90-Jährigen aber trotzdem weiter: „Ich bin geweiht, das hört nicht einfach auf.“ Als Pfarrer im Altenheim St. Martin übernimmt der Geistliche unter anderem Messfeiern, Sakramente, Krankensalbung, Krankenkommunion, leistet Andachten für die Verstorbenen vor Ort und übernimmt auf Anfrage auch Beerdigungen im städtischen Friedhof. „Leuten zu helfen, bereitet mir eine große Freude,“ sagt Lipp.

Strahlend empfing der Jubilar Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die die Glückwünsche der Stadt persönlich überbrachte und das Geburtstagskind in den höchsten Tönen lobte: „Er ist einfach wunderbar.“

Lipp wurde 1922 in Berg bei Haag geboren. Der Glaube wurde ihm bereits in die Wiege gelegt: „Neben dem Religions- und Bibelunterricht sind wir auch jeden Sonntag in die Kirche gegangen,“ erinnert sich der Pfarrer. Nach der Schule begann er eine Ausbildung als Schreiner. „Ab und zu erledigt er sogar jetzt noch Schreinerarbeiten für uns,“ erzählt Kraus. Sein letztes Werk: ein Schriftenständer für den Kapellenvorraum im Altenheim St. Martin.

Im Alter von 16 Jahren folgte dann die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst und später zum Militär. Zwar nahm Lipp danach sein Schreinerhandwerk wieder auf, der Wunsch Priester zu werden, wurde jedoch immer größer. „1951 habe ich dann ein Seminar für Spätberufene in Fürstenried begonnen,“ so der 90-Jährige. Nach fünf Jahren besteht er sein Abitur und tritt 1956 ins Priesteramt in Freising ein. Sechs Jahre später wird er von Kardinal Döpfner zum Priester geweiht.

„1979 bin ich der erste Pfarrer von St. Michael geworden,“ so Lipp. Nach 33 Jahren im Amt verlässt er die Pfarrei und zieht in eine kleine Wohnung im Altenheim St. Martin.

„Er verbreitet

immer gute Laune“

Clemens Kraus

„Wöchentlich halte ich zwei Abendmessen und sonntags eine Messfeier ab,“ erklärt Lipp und fügt hinzu: „Freitagnachmittag bin ich für mehrere Stunden mit der Krankenkommunion im Haus unterwegs.“

Rund um die Uhr hat der 90-Jährige quasi Sprechstunde und steht nicht nur den Heimbewohnern, sondern auch den Pflegern mit Rat und Tat zur Seite. „Er ist nicht nur Pfarrer und Seelsorger, sondern auch ein humorvoller Mensch, der gesellig bei den Veranstaltungen im Haus mitwirkt, den Schalk im Nacken hat und immer gute Laune verbreitet,“ sagt Kraus im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Seit 2002 ist Pfarrer Lipp zudem Vorsitzender des Heimbeirats und vertritt die Belange und Bedürfnisse der Bewohner. Die Wertschätzung der Leute spürt er täglich. Auf seinem Weg durch das Altenheim wird er von den Bewohner begrüßt und schenkt jedem seine Aufmerksamkeit. Kurz denkt er nach: „Ich bin zufrieden mit meinem Leben und habe Gott vieles zu verdanken.“ Auch Bauer erhebt ihr Glas: „Auf die nächsten zehn Jahre, machen Sie weiter so.“

Artikel 10 von 11