Rosenheim – „Zapp-Zarapp“, im Sommer 2017 uraufgeführt, hat alles, was eine gute Komödie auszeichnet: Das Stück ist amüsant und kurzweilig, begeistert durch spritzige Dialoge und nette Geschichten, lässt Liebesleid und Liebesfreud aufleben und bringt in unerwarteten Wendungen die Zuschauer zum Staunen, Lachen, Mitfiebern und Nachdenken. „Zapp-Zarapp“ hat aber noch mehr – ein Ahnderl. Die Urahnin (brillant gespielt von Marion Bachun) bestimmt voller Magie aus ihrem Bilderrahmen heraus das Leben ihrer Nachkommen Sepp (Hans Garnreiter) und Hans (Martin Wollny), lässt die Vergangenheit Revue passieren und verdeutlicht nicht nur in ihren tiefsinnigen Monologen: „Das Leben des andern is a koa Honigschlecken. – A jeder hat an Rucksack auf`m Buckl – mal ist er leichter, mal ist er schwerer. Aber tragen musst ihn oiwei selber“.
Allerdings ist das Ahndl fest davon überzeugt, dass zu zweit alles leichter zu ertragen ist. Von dieser Erkenntnis scheinen die ständig hackelnden Wirtsleut Sepp und Lies (Renate Gantner) allerdings noch weit entfernt. Ihr Gasthof „Zur goldenen Sau“ ist in die Jahre gekommen und müsste dringend renoviert werden. Doch ohne Unterstützung des Bräus Hans Felgenhauer (Martin Wollny) ist dies nicht möglich und der seit langem mit Sepp zerstrittene Cousin zeigt keinerlei Ambitionen, seinem Verwandten zu helfen. Auch Otto (Florian Sieber), hyperaktiver Vorstand des örtlichen Fußballvereins, sowie seine Stammtischfreunde Rudi (Toni Schwaiger) und Erwin (Florian Heusel) hoffen nicht nur auf den Aufstieg ihrer Mannschaft, sondern auch auf ein neues Vereinsheim. Der „Strick-Liesl-Stammtisch“ ist vor allem angetan von der Eierlikörbowle der Wirtin. Die Damen sehnen sich eher nach einem schönen Urlaub wie die Gattin von Otto, Hilde (Simone Rottmüller), einem romantischen Latin Lover wie Babsi (Magdalena Ludwig) oder einem folgsamen Gatten wie Uschi (Heike Zach), Ehefrau von Rudi.
Amüsant für die Zuschauer ist neben einem mystischen Rollentausch die Darstellung von Klatschgeschichten aus dem Dorf der zwei Stammtischbesatzungen, deren Sichtweisen drastisch variieren. Großes Lob gebührt dem „Bühnenküken“ Magdalena Ludwig, die in ihrer Rolle als temperamentvolle männersuchende Strick-Liesl überzeugte und neben den Gastspielern Toni Schwaiger und Heike Zach das Heimatbühnenteam bereicherte.