Rosenheim – Früher standen beim TUK so bekannte bayerische Komödien wie „Der verkaufte Großvater“ auf dem Programm. „Irgendwann hatten wir dann alle Klassiker gespielt und waren auf der Suche nach etwas Neuem“, erinnert sich Theaterspieler Rüdiger Motzer. Seitdem setzt das TUK auf englische Komödien und ist damit enorm erfolgreich: Die Eintrittskarten dafür sind so begehrt, dass sie jedes Jahr schon lange vor der Premiere vergriffen sind. „Das ist schon der Wahnsinn. Wir haben da anscheinend eine gute Nische gefunden“, freut sich Rüdiger Motzer.
Mit „Geld wie Heu“ von Will Evans und Arthur Valentine hat die Theatergesellschaft erneut ein Stück gefunden, das in der Region eher unbekannt ist.
Die Handlung: Fritz Rudolf Wilhelm Mayerling (Martin Kronast) und seine Gattin Luise (Manuela Ruppert) leben auf großem Fuß, obwohl sie stark verschuldet sind. Täglich serviert ihnen Diener Jean (Severin Heinritz) unbezahlte Mahnungen und Rechnungen. Da kommt die Nachricht von einer Erbschaft durch den Advokaten James Chesterman (Nikolaus Oppenrieder) wie gerufen. Damit das Geld nicht den zahlreichen Gläubigern in die Hände fällt, inszeniert das Ehepaar das Ableben des Hausherren und plant dessen Auferstehung in Gestalt des schon lange verschollenen Cousins George, der der Nächste in der Erbfolge ist. Das Ehepaar hat aber weder mit dem Besuch von Johanna Eberhard, der Ehefrau der Vermissten (Sarah Steger) gerechnet, noch mit dem Auftauchen eines engagierten Doppelgängers (Rüdiger Motzer), der Diener Jean und Zofe Jeannette (Amelie Henn) zu ihrem Anteil verhelfen soll. Als dann auch noch der wahre Cousin (Andreas Stephan) an der Tür klingelt, nimmt das Chaos seinen Lauf. Nicht zuletzt durch die ständigen Einmischungen der schwerhörigen Tante Benita (Christine Höhendinger). Das Theater unterm Kirchturm hat die Vorlage zum Schluss hin etwas abgeändert, um dem Stück ein noch überraschenderes Ende zu bereiten, an dem Gärtnerin Augustine (Theresa Schewe) maßgeblich beteiligt ist.
Das Stück überzeugt durch hohes Tempo. Auf der liebevoll und detailreich gestalteten Bühne herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Langweilig wird es so zu keiner Zeit. Dazu kommt dann noch der englische Humor – trocken, schräg und mit einer guten Portion Sarkasmus gewürzt.
Das Ensemble präsentierte sich bei der Premiere sicher und spielfreudig. Als Neuzugänge aus dem Kinder- und Jugendtheater wurden Severin Heinritz und Amelie Henn gewonnen und auch sie überzeugten durch ihr souveränes und authentisches Spiel.