Sorge um die Sicherheit der Eisenbahnbrücke Kufsteiner Strasse

Totgesagte leben länger

von Redaktion

Totgesagte leben länger: Das scheint auch für die Bahnüberführung Kufsteiner Straße zu gelten.

Rosenheim – 2011 hieß es vonseiten der Bahn, Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Bahnbrücke höchstens noch fünf Jahre halten werde. Spätestens 2016 müsse sie erneuert werden. 2014 änderte die Bahn ihre Meinung: Mit einer Erneuerung sei aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung nicht vor 2017/2018 zu rechnen, hieß es damals auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Ist mittlerweile ein Start in Sicht? „Einen Zeitplan für eine Brückenerneuerung können wir aktuell noch nicht nennen“, antwortet ein Bahnsprecher auf eine entsprechende OVB-Anfrage. „Wir gehen nicht davon aus, dass mit der Erneuerung der Eisenbahnüberführung 2020 begonnen wird“, hatte sich Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer Ende April im Verkehrsausschuss des Stadtrates etwas genauer geäußert. Das war mit Erleichterung zur Kenntnis genommen worden, denn wenn sich der Start bis 2022 hinauszögert, ist bis dahin die Westtangente fertiggestellt. Sie soll dann den Durchgangsverkehr aufnehmen.

Trotzdem fragen sich viele Bürger, warum die Bahn jetzt davon ausgeht, dass das Bauwerk weitaus länger hält als 2011 angenommen. Rein optisch befindet es sich in keinem guten Zustand: Das Mauerwerk wirkt bröckelig, Rostbefall an Eisenstücken ist deutlich zu sehen. Fußgänger und Radfahrer passieren die Unterführung unter den Gleisen zusehends mit Unbehagen.

„Die Brücke wird gemäß dem Regelwerk regelmäßig begutachtet und ist in einem technisch unbedenklichen Zustand“, beruhigt ein Bahnsprecher. Sicherungsmaßnahmen seien nicht notwendig.

Tatsache ist: Die Rosenheimer Brücke wurde 1904 gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten verschiedene Sanierungsmaßnahmen. Seit Anfang des neuen Jahrtausends steht das Bauwerk, eine von insgesamt 9000 Eisenbahnbrücken in Deutschland, die über 100 Jahre alt sind, unter besonderer Beobachtung.

Ein Neubau stellt eine große Herausforderung dar: Die Unterführung soll verbreitert und höher werden. Der Untergrund, der berüchtigte Rosenheimer Seeton, gilt als extrem schwierig. Der Brückenneubau hängt eng mit dem Ausbau der Kufsteiner Straße zusammen. Stadt und Bahn befänden sich hierzu in enger Abstimmung, teilt der DB-Sprecher mit. „Ziel ist es einerseits, die beiden Baumaßnahmen bautechnisch optimal miteinander zu verzahnen und andererseits, die Einschränkungen in der Bauphase sowohl für die Straßenverkehrsteilnehmer als auch für den Zugverkehr so gut wie möglich zu reduzieren“, heißt es weiter. „Das Baurecht soll dann auch möglichst in einem gemeinsamen Verfahren entweder bei der Regierung von Oberbayern oder bei dem Eisenbahn-Bundesamt beantragt werden.“

Auch dazu hätten bereits Gespräche mit den potenziellen Genehmigungsbehörden stattgefunden. Termine für den Baustart könnten aufgrund des laufenden Abstimmungsprozesses jedoch noch nicht genannt werden.

Artikel 1 von 11