Blick unter Rosenheimer Motorhauben

Über ein Drittel der Autos sind Diesel

von Redaktion

Keiner mag mehr Diesel. Keiner? Das lässt sich für Rosenheim so nicht sagen: Hier hat der Dieselbestand vom Jahr 2017 auf 2018 um zehn Diesel-Pkw zugenommen. So steht’s in der Bestandsanalyse für 2018, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) jetzt veröffentlicht hat.


Rosenheim
– Der Bestand in Rosenheim beträgt exakt 34167 Pkw, davon sind 12649 Diesel. Insgesamt wuchs der Kraftfahrzeugbestand um 469 Fahrzeuge (auch Anhänger) auf 40768 zugelassene Fahrzeugen – ein neuer Höchststand.

In den vergangenen Jahren lag der Diesel in der Käufergunst vor Benziner, Gas, Elektro. Der Blick unter die Motorhauben auch in Rosenheim zeigte das immer wieder. Selbst nachdem ein Teil der Diesel aufgrund von Techno-Tricks als NOx (Stickoxid-Ausstoß)-Schleudern betitelt werden, wirkt sich das im Bestand nur da aus, wo Fahrverbote drohen. Nach der aktuellen Bestandsanalyse sind in Rosenheim 61,65 Prozent der Pkw Benziner. 37,02 Prozent haben einen Dieselmotor. Nur der Rest von rund 1,33 Prozent ist laut der KBA-Übersicht für 2018 mit anderen Motorarten oder Treibstoffen unterwegs. Wobei die 240 Gasautos (Vorjahr: 283) in der Erdgasvariante Schadstoffvorteile haben und deswegen den Elektroautos bei Fahrverboten Konkurrenz machen könnten.

Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Zahl der Benziner in Rosenheim von 20709 auf 21065 Pkw. Das Plus von 356 Fahrzeugen in dieser Gruppe entspricht einer Zunahme von 1,72 Prozent. Bei Diesel-Pkw kletterte die Zahl von 12639 auf 12649 Pkw (0,08 Prozent). Zu den 50 Elektroautos (Vorjahr: 25/plus 100 Prozent) kamen 156 Hybride (Vorjahr: 107/plus 45,8 Prozent). Ihr Vorteil: Sie können nicht stromlos liegenbleiben.

Der Fahrzeugbestand wird durch die Umschichtung automatisch immer schadstoffärmer, selbst wenn mancher Oldtimer unterwegs ist: Binnen eines Jahres wurden in Rosenheim beispielsweise 80 Pkw der alten Euro-1-Norm, 469 der Euro-2-Norm sowie 409 der Euro-3-Norm aus dem Verkehr gezogen. Die Zahl der Pkw mit Euro-4-Motoren reduzierte sich um 663 auf 10116. Der Gesamt-Pkw-Bestand wuchs um 397, das heißt, alle Altfahrzeuge wurden durch Neu- oder modernere Gebrauchtfahrzeuge ersetzt. Für einen Fahrzeugtyp hängt es vom Standort ab, ob seine Geschichte ein Happy End hat: Für Diesel der Euroklasse 5 ist der Markt dort tot, wo Fahrverbote drohen. Woanders sind sie als Schnäppchen beliebt. In Rosenheim zeigt der Daumen nach unten: Zu Jahresanfang waren hier 4755 Euro5-Diesel-Pkw angemeldet, (2017: 5018). Wer ein solches Auto hat, es nicht geleast ist und er keine Schnäppchenjäger beglücken will, hat keine Wahl: Weiterfahren ist immer noch besser, weil Wertverlust erst eintritt, wenn das Auto verkauft werden soll.

Im Gesetzgebungsverfahren befindet sich eine Musterfeststellungsklage (Sammelklage zwecks Entschädigung), das Gesetz soll spätestens am 1. November 2018 in Kraft treten. Justizministerin Barley schätzt, dass zwei Millionen Kfz-Besitzer gegen VW klagen könnten. . zds

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