Eisstadion:

CSU fordert nachhaltige Sanierung

von Redaktion

Die CSU-Stadtratsfraktion ist anscheinend nicht ganz zufrieden mit der Vorgehensweise bei der Sanierung des Eisstadions. Dies könnte aus einem gestern Abend bekannt gewordenen Antrag an die Oberbürgermeisterin herausgelesen werden. Die CSU-Fraktion fordert darin, in enger Kooperation mit den Starbulls ein nachhaltiges Gesamtkonzept zu entwickeln.

Rosenheim – Der Antrag stellt auch ein klares Bekenntnis zur zweiten Eisfläche dar: Bisher war ihre Notwendigkeit auch im Stadtrat immer wieder unterstrichen worden, planerisch angepackt worden war die Problematik jedoch noch nicht. Das soll sich jetzt ändern, wünscht die CSU. Die Stadtratsfraktion sieht die Notwendigkeit, die Planungen für eine zweite Eisfläche in das Gesamtkonzept für die Sanierung der Halle einzubeziehen.

Die Fraktion spricht von „dringendem Handlungsbedarf“, damit Kinder und Jugendliche auch weiterhin in den höchsten Nachwuchsligen spielen könnten, so Fraktionschef Herbert Borrmann. Aktuell hindere das Fehlen einer zweiten Fläche die Starbulls an der Umsetzung des Fünf-Sterne-Nachwuchskonzeptes. Die hierfür vom Deutschen Eishockeybund (DEB) geforderten Eiszeiten seien unter den gegebenen Bedingungen nur zu Lasten des Publikumseislaufes oder Eissports zu realisieren, warnt die CSU. Der Stadtrat hatte jedoch immer Wert darauf gelegt, dass der Breitensport in der Halle nicht zu kurz kommt.

Borrmann und Fraktionsgeschäftsführer Daniel Artmann fordern von der Stadt deshalb, schnellstmöglich ein Gesamtkonzept für das Eisstadion zu entwickeln, das über die derzeit aktuellen Sicherheitsmaßnahmen im Bestand hinaus geht. Es soll nicht nur, wie bislang vorgesehen, brandschutztechnische und statische Umbaumaßnahmen umfassen. „Auch eine zweite Eisfläche muss bereits jetzt Teil der Planungen sein“, so Borrmann. Artmann ergänzt, „dass neben dem Brandschutz auch die Erneuerung der völlig veralteten Infrastruktur bei Umkleiden, Duschen und Trainingsräumen schon bei den jetzigen Planungen berücksichtigt werden muss“.

Borrmann und Artmann sind überzeugt, dass nur im engen Austausch aller Beteiligten ein Ergebnis erzielt werden könne, das trotz begrenzter finanzieller Mittel den Belangen des Rosenheimer Eissports, gerade auch im Nachwuchsbereich, Rechnung trage.

Der Antrag der CSU macht außerdem konkrete Vorschläge: In einem Gesamtkonzept sei aus wirtschaftlichen Gründen und wegen des vorliegenden Gutachtens zur Brandschutz-Ertüchtigung gegebenenfalls der Abriss des Vorbaus zu berücksichtigen. Auch ein Parkplatzkonzept, eventuell mit Bau eines Parkdecks, sei in ein solches Konzept einzubeziehen. Die Frage, ob der in die Jahre gekommene Kopfbau nicht gleich kostengünstiger neu gebaut werden müsse, stelle sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit bei Baumaßnahmen anderer Gebäude, findet die CSU.

Starbulls begrüßen den Antrag

„Wir begrüßen den Antrag der CSU sehr“, nahm gestern Abend Marcus Thaller vom Vorstand der Starbulls Stellung. Absolut sinnvoll sei eine Abstimmung der weiteren Arbeiten mit dem Verein als Hauptnutzer des emilo-Stadions. Ratsam sei es außerdem, eine zweite Eisfläche gleich in die Planung einzubeziehen. Eine nachhaltige Zukunftslösung, die über den Tellerrand der aktuellen Problematik hinausschaue, sei die Voraussetzung dafür, dass die aufgewendeten Gelder auch sinnvoll eingesetzt würden. Ziel müsse sein, optimale Rahmenbedingungen auch für den Breitensport zu schaffen, so Dritter Vorsitzender Thaller.

Der Verein habe ein sehr gutes Verhältnis zur Stadt als Partner, stehe im ständigen Kontakt mit den Verantwortlichen in der Verwaltung. Der CSU-Antrag gebe zusätzlich Kraft im Bemühen um eine nachhaltige Sanierungslösung.

Der Stadtrat hatte im Februar eine Renovierung für 7,9 Millionen Euro beschlossen, die sich bis 2022 hinziehen wird. Mit ihr wurde die drohende Schließung verhindert und der Erhalt der Halle für mindestens weitere 20 Jahre gesichert. Ein Neubau war an fehlenden Standorten und zu hohen Kosten gescheitert. Die CSU sieht jedoch die Notwendigkeit, die jetzt umzusetzenden Gewerke in ein Gesamtkonzept einzubetten, „das so eng wie möglich mit dem Vorstand der Starbulls Rosenheim abgestimmt ist“. Das Konzept muss nach Auffassung der Fraktion auch Business-Räume und Logen umfassen, um die finanzielle Absicherung durch Sponsoren zu gewährleisten.

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