Rosenheim – CSU-Stadtrat Andreas Bensegger und sein Labrador Sammy sind oft in der Innenstadt unterwegs. Auch im Büro gehört der 40 Kilo schwere Hund zum „Personal“ des Geschäftes wie selbstverständlich dazu. Als große Hundefreundin ist auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bekannt.
In den Außenbereichen der Stadt gibt es Platz genug zum Gassigehen und Austoben für die 1800 gemeldeten Vierbeiner – etwa in der Innflutmulde oder an der Mangfall. Doch für die Innenstadt wird regelmäßig der Wunsch nach einer Hundewiese laut. Gemeint ist ein extra eingezäunter Bereich in einer öffentlichen Grünfläche – etwa im Luitpoldpark. Dort könnten Hunde dann ungestört toben – und es käme zu keinen Konflikten mit Bürgern, die keine Hundefreunde sind.
Informell ist in der Kommunalpolitik über die Frage, ob es möglich ist, eine solche Wiese auszuweisen, bereits gesprochen worden, sagt Bensegger. Das Ergebnis sei klar ausgefallen: „Das bekommen wir in einer flächenmäßig so kleinen Stadt wie Rosenheim nicht hin.“ Es gebe einfach keine Möglichkeiten mehr, irgendwo ein Areal „abzuzwicken“, so Bensegger. Angesichts der aktuellen Diskussion um einen wegfallenden Bolzplatz an der Rechenauerstraße stehe außerdem fest: Würden irgendwo Flächen zur Verfügung stehen, ständen Spiel, Sport und Erholung für Menschen, nicht für Tiere, zuerst im Fokus.
Bensegger kann verstehen, dass es immer wieder Bürger gibt, die gerne eine Auslaufwiese im Zentrum hätten. Denn Hundebesitzer in der Innenstadt müssen so wie Bensegger hinausfahren, wenn sie ihrem treuen Freund die Chance zum Austoben geben wollen. Bensegger tut dies jeden Tag – mindestens für eine Stunde geht es an den Mangfalldamm oder in die Panger Felder, natürlich stets bewaffnet mit einer Hundekottüte.
Noch nie haben er und der gut erzogene Sammy bei diesen Ausflügen, aber auch bei Spaziergängen in der Fußgängerzone, Probleme mit Passanten gehabt. Noch nicht einmal habe ihn jemand verärgert auf seinen großen Hund in der Stadt angesprochen.
Grundsätzlich ist eine Hundewiese im Zentrum eine gute Idee, räumt Bensegger ein. Doch er sieht neben der nicht vorhandenen Flächen, übrigens auch in Bad Aibling das Hauptablehnungsargument im Stadtrat, ein weiteres Problem: die Säuberung einer solchen Anlage. Das könnten Mitarbeiter der Stadt nicht auch noch leisten, so Bensegger. Auf Dauer werde eine solche Wiese stark verschmutzen.
Immer wieder weisen Hundehalter auf das Beispiel Wien hin: Hier gibt es im 15. Bezirk Margareten mit 55000 Einwohnern nach Recherchen von Radio Charivari in der Tat neun Hundezonen für rund 1000 Vierbeiner. Aus Wien heiße es, für die Ausweisung einer Hundewiese würden Parks von 2000 Quadratmetern Fläche ausreichen.
„Ich glaube nicht, dass das so stressfrei abläuft“, sagt Bensegger. Es sei eine Herausforderung, solche Areale dauerhaft sauber zu halten, ist er überzeugt.