Rosenheim – „Cool“, „krass“ und „real“: So lauteten die Meinungen der Schüler nach der Veranstaltung zur Drogenprävention an der Grundschule- und Mittelschule Rosenheim Fürstätt, die der Lions-Club Rosenheim organisiert hat.
Der ehemalige Drogenabhängige Dominik Forster ließ die Schüler der siebten bis neunten Klassen anschaulich in die harte Realität eines Süchtigen eintauchen. Mit teils sehr drastischen Worten schilderte er, wie aus dem anfänglichen Gefühl der Unbesiegbarkeit, des grenzenlosen Selbstvertrauens und des körperlichen Höhenfluges allmählich und schleichend der Absturz, der körperliche und seelische Verfall sowie die soziale Isolation wurde.
Ebenfalls schonungslos berichtete Forster, der seine Vita auch in den Büchern „crystal.klar“ und „klar.kommen“ veröffentlichte, über seine Zeit im Gefängnis, in der er besonders in der Jugendhaftanstalt sehr viel Gewalt erfuhr. Besonders geprägt hat ihn dabei die teilweise Selbstverständlichkeit von Gewalt und Missbrauch in der Kindheit der meisten Häftlinge. „Die Schüler waren beeindruckt von der Offenheit bezüglich seiner damaligen und aktuellen Lebenssituation. Sie haben vor allem erlebt, dass die Folgen von exzessivem Drogenkonsum nicht vorhersehbar sind“, zog Rektor Kai Hunklinger ein positives Fazit der Veranstaltung.
Forster bezeichnet sich auch heute noch als Abhängigen, der allerdings seit acht Jahren clean ist. Damit anderen Jugendlichen seine Erfahrungen erspart bleiben, hat er sich entschlossen, Drogenprävention zu seiner Lebensaufgabe zu machen und speziell an Schulen seine Geschichte mit jungen Menschen zu teilen.
Prävention als Lebensaufgabe
Auch Semir Fersadi, Präsident des Lions-Club Rosenheim, war von der Intensität und der Offenheit von Forsters Vortrag beeindruckt. „Die Idee, Dominik Forster zu uns an die Schule zu holen, kam von unserer Präventionsbeauftragten Kathrin Tokar“, erinnert sich Hunklinger gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Was den Rektor besonders beeindruckt hat: „Forster erhebt eben nicht den pädagogischen Zeigefinger, sondern berichtet nur aus seinem Leben, was letztlich die wesentlich bessere Abschreckung darstellt.“
Nach dem Vortrag nahmen 17 Jugendliche via Facebook mit Forster Kontakt auf, um ins persönliche Gespräch zu kommen. Hunklinger: „Das zeigt die Wirkung, die er auf unsere Schüler hatte.“ re/hei