STädtische Galerie

„Bruder Jakob“ knipste das „Licht aus“

von Redaktion

Mit einer musikalischen Begleitung endete die „Nacht im Bilderbuch“

Rosenheim – Kunst verbindet: In acht verschiedenen Sprachen erklang der Kanon „Bruder Jakob, schläfst du noch?“ in den Ausstellungsräumen der Städtischen Galerie Rosenheim. Die Schüler der ersten und dritten Klasse der Otfried-Preußler-Grundschule in Stephanskirchen hatten das Lied gemeinsam mithilfe ihrer Eltern und Klassenlehrer in Bayerisch, Italienisch, Russisch, Serbisch, Bulgarisch, Syrisch und Tschetschenisch einstudiert und sich zugleich mit den vielen verschiedenen Herkunftsländern und Kulturen innerhalb ihrer Klasse beschäftigt. Begleitet von Akkordeon, Bass, Cello und Trompete begeisterte der 40-stimmige Kinderchor die rund 120 Galeriebesucher.

Der kleine Häwelmann war mit von der Partie

Die Glocken des „Bruder Jakob“ läuteten zugleich das Ende der aktuellen Bilderbuchausstellung „Licht aus! Die Nacht im Bilderbuch“ ein. Auch dieses Jahr war es der Städtischen Galerie in Zusammenarbeit mit der Literaturwissenschaftlerin und Ausstellungskuratorin Christine Knödler gelungen, hochwertige Bilderbuchillustrationen im Original von über 25 Künstlern aus Europa, Asien und den USA unter einem Dach zusammenzuführen – darunter Klassiker wie die Zeichnungen zum Kleinen Häwelmann von Else Wenz-Viëtor, aber auch druckfrische Neuerscheinungen wie Zirkusnacht des belgischen Zeichners Mattias de Leeuw. Tausende von Besuchern entdeckten in der Galerie die mannigfaltige Kunst, die sich zwischen Bücherrücken verbergen kann, und schmökerten zugleich in den Bilderbüchern zu den ausgestellten Originalwerken.

Das kunstpädagogische Angebot erfreute sich besonderer Beliebtheit. „Der Ausflug in die Galerie war super. Es gab in jedem Raum etwas anderes anzuschauen und dazu immer eine lustige oder gruselige Geschichte und wir durften sogar selber ein Bild kleben!“, lautet etwa das Fazit der Brannenburger Erstklässler nach ihrem Galeriebesuch.

Über 80 Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen lauschten in den Führungen den Geschichten zu den gezeigten Kunstwerken, lernten dabei an konkreten Beispielen verschiedene künstlerische Gestaltungsmittel wie Kratztechnik, Tuschezeichnung, Aquarell, Collage oder Ölmalerei kennen und konnten anschließend manche der Techniken in der Galeriewerkstatt selbst ausprobieren. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit der Ausstellung insbesondere so viele junge Besucher für Kunst zu begeistern. Die Bilderbuchillustrationen zeigen, dass Kunst kein erwachsenes Eliteprojekt sein muss, sondern uns überall im Alltag begegnen kann, wenn wir sie denn sehen wollen und wertschätzen“, resümierte die Leiterin der Städtischen Galerie, Monika Hauser-Mair. So werde es auch in den kommenden Jahren sicher wieder eine Ausstellung zur „Kunst im Bilderbuch“ geben. re

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