Rosenheim – „Ich fühle mich der Natur sehr verbunden und will den Planeten besser schützen“, so Gaby Dobrescu (18) im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Sich für das P-Seminar „Nachhaltig leben in und für Rosenheim“ zu entscheiden, fiel ihr nicht schwer. Auch Mitstreiter Manuel Bischof (17) und Ana Tu Tran (18) stimmen ihr zu. „Ich möchte lernen, wie man nachhaltig leben kann“, so Tran. Um dieses Vorhaben in die Realität umzusetzen hat sich Lehrer André Hennig etwas ganz Besonderes einfallen lassen: einen dreitägigen Aufenthalt in einer Jugendherberge in Oberaudorf. Heißt: keine Elektrogeräte, keine Schminke, die Benutzung von selbst hergestellten Produkten sowie Gespräche mit Bauern und Vertretern einer Käserei. „Es wird auf jeden Fall ein Abenteuer“, sagt Dobrescu und lacht. Lehrer André Hennig zeigt sich optimistisch: „Ich bin begeistert, wie sich meine Schüler reinhängen. Das Programm für unseren Ausflug steht und die verschiedenen Rezepte haben wir zusammengestellt.“ Der 40-Jährige selbst achtet auch im Privaten sehr auf Nachhaltigkeit und will dieses Denken jetzt auf seine Schüler übertragen. Mit Erfolg wie es scheint. „Ich probiere, so wenig Müll wie möglich zu produzieren, und esse fast kein Fleisch“, berichtet Gaby Dobrescu. „Ich achte sehr auf Mülltrennung“, wirft Tran ein und Mitschüler Bischof ergänzt: „Meine Familie interessiert sich sehr für Nachhaltigkeit.“ Die besten Voraussetzungen also für das P-Seminar.
Neben Planen und dem Heraussuchen von Rezepten haben die 13 Schüler auch schon eigene Produkte hergestellt. „Ich habe einen Reiniger entwickelt“, so Tran und fügt hinzu: „Das hat knapp zwei Tage gedauert. An sich eine gute Idee, aber der bleibende Essiggeruch war schrecklich.“ Bischof beschäftigte sich mit dem Brotbacken: „Ich habe das auch schon oft zu Hause gemacht. Es ist wirklich nicht schwer.“ Dobrescu und ihre Gruppe nahmen sich die Herstellung von Seife vor. „Es hat knapp eine Stunde gedauert. Die Seife riecht super und das Gute ist, dass man entscheiden kann, wie viel man herstellt.“
Abschließende Präsentation geplant
Mit selbst hergestellter Seife, Reinigungsmittel und Brot im Gepäck geht es also am 22. Juli für drei Tage nach Oberaudorf. Und was erhoffen sich die drei von dem Selbstexperiment? „Wir wollen Menschen darauf aufmerksam machen, mehr auf die Welt, in der wir leben, zu achten. Wenn es jüngere Menschen schaffen, dann schaffen es auch ältere“, so Dobrescu und fügt hinzu: „Weniger Fleisch, mehr lose Sachen kaufen und einen Korb statt Plastiktüte sind nur einige Verbesserungsvorschläge.“ Lehrer André Hennig nickt: „Meine Hoffnung ist, dass das Seminar etwas bewirkt und auch bei anderen Gleichaltrigen die Idee der Nachhaltigkeit eingepflanzt wird.“ Übrigens: Die Elftklässler werden alle Projekttage dokumentieren und in einer abschließenden Präsentation zeigen, wie man nachhaltiger leben kann.