Drei Fragen an Alvaro Faussner, Elternbeiratsvorsitzender

Casino nicht zu kaufen, war ein Fehler

von Redaktion

Alvaro Faußner, Vater von drei Kindern, gehörte als Vorsitzender des Elternbeirats an der Prinzregentenschule zu den Zuhörern im Schulausschuss. Er hat eine besonders innige Beziehung zu dieser Bildungseinrichtung. Faußner war hier selber Schüler. Sein Ur-Ur-Großvater leitete einst die damals königliche Präparandenschule.

Sie wirkten gestern in der Sitzung nicht ganz zufrieden mit der Entscheidung, die Grundschule durch Auslagerung der Nachmittagsbetreuungsangebote in einen Neubau auf den Sportplatz gegenüber zu erweitern. Warum?

Es wurden ausschließlich die Mittagsbetreuung und die Ganztagsschule thematisiert. Diese sind nur ein Teil der Problematik, die schon seit Jahren andauert. Die unhaltbaren Zustände für die Kinder und Lehrer liegen in der Platzsituation begründet: mehrfach genutzte Klassenzimmer, fehlender Musikraum, fehlende Sporträumlichkeiten und Umkleiden, ein zu kleines Lehrerzimmer, keinerlei Grünfläche und ein Spielplatz, der einen genauen Plan benötigt zur Frage, welche Klasse ihn jeweils nutzen darf. Als die Schulleitung eine Umsetzung der offenen Ganztagsschule anstrebte, wurden ihr von der Stadt Container für die Mittagsbetreuung auf dem Sportplatz zugesagt. Durch diese Zusage hat die Schule mit der Umsetzung der offenen Ganztagsschule begonnen, da schon viele Kinder angemeldet waren, und kam nun in noch größere Platznot.

Was ist die Wunschvorstellung des Elternbeirates?

Der erste Wunsch wäre, dass die Stadt einsieht, dass sie mit der Entscheidung, das ehemalige Casino nicht zu kaufen, einen Fehler begangen hat. Das wäre ein Signal dafür, dass die Stadt den Ernst der Lage in Zukunft anerkennt. Der zweite Wunsch wäre, dass die Stadt die Prinzregentenschule zum Hauptthema erklärt und sie nicht auf eine Stufe mit den anderen Grundschulen gestellt wird. Wir haben vergleichsweise über 150 Grundschüler mehr. Die Stadt sollte diese Situation anerkennen, indem sie jetzt handelt und nicht der Überzeugung ist, die Schule könne die Last die nächsten Jahre schon weiterstemmen. Es ist alleine der Schulleitung und dem Kollegium zu verdanken, dass die Qualität des Unterrichts nicht leidet. Der vor Kurzem abgeschlossenen Evaluation kann man dies entnehmen. Alleine in der Pause nicht laufen zu dürfen und der hohe Lärmpegel, bedingt durch den Kessel, in dem sich der Pausenhof befindet, stellen für die Grundschüler eine Belastung dar. Der dritte Wunsch wäre eine schnelle Planung eines großen Schulgebäudes auf dem Sportplatz mit großzügigem Pausenhof – auch wenn der Sportplatz dann weichen muss.

Wie kann die Schule die Übergangszeit bis zum Neubau bewältigen?

Die damals zugesagten Container sollten so schnell wie möglich auf dem in der Zukunft geplanten Pausenhof auf dem Sportplatz gestellt werden. So könnte parallel mit einem großen Bau begonnen werden.

Interview: Heike Duczek

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